CAVU
Abkürzung für ceiling and visibility unrestricted, bezeichnet ideale Flugbedingungen mit einer Wolkenuntergrenze von mindestens 3000 Metern und einer Sichtweite von mindestens 16 Kilometern.
CAVU: die Wetterbedingung, die sich jeder Pilot wünscht
CAVU steht für Ceiling And Visibility Unrestricted. Dies beschreibt eine Reihe von Atmosphärenbedingungen, bei denen die Wolkenuntergrenze mindestens 3.050 m über Grund liegt und die horizontale Sicht in alle Richtungen mindestens 16 km beträgt. Unter diesen Bedingungen hat ein Pilot, der nach Sichtflugregeln (VFR) fliegt, hervorragende Sichtlinien zum Horizont, zu Landmarken und zu anderen Luftfahrzeugen, was Navigation und Kollisionsvermeidung unkompliziert macht.
Die Schwellwerte von 3.050 m und 16 km sind nicht willkürlich gewählt. Die VFR-Mindestuntergrenze liegt typischerweise bei 900 m; CAVU liegt deutlich über diesem Minimum. Ebenso liegen die VFR-Sichtmindestgrenzen bei etwa 4,8 km; CAVU bietet mehr als die dreifache Entfernung. Wenn die Bedingungen diese höheren Werte erreichen oder überschreiten, stellen Wetter und Atmosphärenbeschränkungen im Grunde keine betrieblichen Einschränkungen mehr dar, und das Flugprofil wird hauptsächlich durch die Flugzeugleistung und das Urteilsvermögen des Piloten begrenzt, nicht durch behördliche Minima.
Luftfahrtwartungspersonal begegnet der CAVU-Terminologie hauptsächlich in Flugbüchern, Wartungsaufträgen und Unfall- oder Zwischenfallberichten. Ein Mechaniker kann in seinen Notizen vermerken, dass ein Testflug "unter CAVU-Bedingungen" durchgeführt wurde, um festzustellen, dass ein Flugzeug wie erwartet funktioniert, ohne dass atmosphärische Störungen auftreten. Umgekehrt kann ein Motorausfall oder ein Avioniksystem-Fehler, der während eines bewölkten Fluges entdeckt wird, schwerer zu diagnostizieren sein, da der Pilot reduzierte Sichtbezüge hatte; die Dokumentation der tatsächlichen Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Ereignisses ist für die Fehlersuche entscheidend.
CAVU ist das Gegenteil von IFR-Wetter (Instrumentenflugregeln), bei dem die Untergrenze unter 300 m fällt und die Sicht unter etwa 4,8 km liegt. Zwischen CAVU und IFR-Bedingungen liegt eine Reihe von grenzwertiger VFR und instrumentalen meteorologischen Bedingungen (IMC), die progressiv mehr Vorsicht erfordern. Ein Mechaniker, der ein Flugzeug für einen geplanten Flug vorbereitet, muss wissen, in welche Wetterkategorie der Flug fällt, denn das bestimmt, ob Enteisungssysteme, Anti-Icing-Ausrüstungen oder Zusatzsauerstoffsysteme überprüft und zertifiziert werden müssen.
Der Begriff stammt aus der Militäraviatik und wurde durch Pilotenausbildung und Flugverkehrskontrollkommunikation in die zivile Luftfahrt übernommen. Der Zweck ist Effizienz: Anstatt immer wieder zu sagen "Untergrenze 4.500 m, Sicht 19 km", verwenden Piloten und Fluglotsen die Abkürzung CAVU, um zu bestätigen, dass die Flugbedingungen uneingeschränkt sind. Das Akronym ist heute Standard in Flugplanung, Briefings und Wartungsdokumentation in der Allgemeinen und kommerziellen Luftfahrt.