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Werkstattsprache und Slang

Poti

Englisch: pot

Ein einfaches elektromechanisches Bauelement zur Widerstands- oder Spannungsregelung in elektronischen Geräten, das durch Drehen oder Schieben mit Daumen, Schraubendreher o.ä. betätigt wird.

Poti: das Drehregler-Element für stufenlose Widerstandsänderung

Ein Poti ist ein Stellwiderstand in Form eines Potentiometers, das Standardbedienelement in Audio-Equipment, Verstärkern und überall dort, wo man Spannung oder Strom regeln muss. Innen sitzt ein Widerstandselement, meist eine Kohleschicht oder Drahtwicklung auf einem Keramikkern, mit einem Schleifer, der beim Drehen über diese Schicht gleitet. Der Widerstand ändert sich kontinuierlich von nahezu null bis zum Nennwert, typisch gemessen in Kilohm (1k, 10k, 100k). Beim Drehen des Potis bewegt sich der Schleifer, der Strom fließt nur durch den Anteil des Elements zwischen Schleifer und einem Ende, wodurch man eine stufenlose Regelung bekommt, nicht in Sprüngen.

Potis gibt es in zwei Hauptbauformen: Drehpotentiometer (am häufigsten, mit Welle zum Drehen über typisch 270 Grad) und Schiebepotentiometer. Das Widerstandselement selbst unterscheidet sich im Aufbau. Kohleschicht-Potis sind billig und etwas verrauscht, aber zuverlässig in unkritischen Anwendungen. Kohleschicht-Potis arbeiten rauschärmer und sanfter. Drahtwickel-Potis bieten bessere Genauigkeit und Leistungsaufnahme, haben aber gröbere Auflösung, weil der Draht selbst eine feste Stärke hat. Audio-Taper-Potis haben eine logarithmische Kennlinie, die dem menschlichen Gehör entspricht, daher klingt die Lautstärke über den ganzen Bereich ausgeglichen; Linear-Taper nutzt man für Filterfrequenzen und andere nicht-Audio-Regler.

Der Name kommt von Potentiometer, einem Labormessgerät für Spannungsmessung. Im täglichen Gebrauch nennt kaum jemand es beim vollen Namen. Ein Poti fällt auf vorhersehbare Weise aus: Der Schleifer verliert Kontakt, wenn die Kohleschicht oder der Draht sich abnutzt, was beim Drehen Kratzen oder tote Zonen verursacht; Korrosion greift Anschlüsse oder die Bahn an, wenn Feuchtigkeit oder Salzluft eindringen; die Welle kann durch mechanische Belastung brechen. High-End-Audio-Designer ersetzen Potis durch motorisierte Versionen oder digitale Lautstärkeregelung, um genau diese Verschleiß und das Rauschen zu vermeiden.

In Gitarrenverstärkern regelt ein Poti die Vorstufenverstärkung, die Tonstack-Frequenz und die Ausgangsleistung. In Mischpulten hat jeder Kanal Potis für Level und Entzerrer. In Industrieausrüstung nutzt man Potis für Motorgeschwindigkeit, Sensorkalibrierung und Abgleich. Das 10k-Audio-Taper-Poti ist wohl das am weitesten verbreitete Bauteil in Studios und Reparaturwerkstätten. Die Toleranz ist wichtig: ein 100k-Poti kann mit plus minus 20 Prozent (100k ± 20k) angegeben sein, was für Lautstärkeregelung passt, aber nicht, wenn man damit eine genaue Filterfrequenz setzen muss. Präzisions-Potis mit 1 oder 5 Prozent Toleranz kosten deutlich mehr.

Staub und Verschmutzung sind der Hauptfeind im Live-Einsatz. Ein Sprühstoß Kontaktreiniger in die Seiten eines Potis kann ein kratzendes Reglerelement wieder funktionstüchtig machen, ohne es austauschen zu müssen. Hat aber der Schleifer selbst Schaden oder ist die Bahn bis zum Untergrund durchgeschliffen, hilft Reinigung nicht; das Poti muss raus. Beim Auslöten eines Potis aus der Schaltung muss man die Pinbelegung feststellen: typisch drei Anschlüsse, zwei an den Enden des Widerstands und einer am Schleifer. Anschlüsse kurzschließen oder zu viel Hitze beim Löten zerstört das Poti.

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