Pretrigger
Englisch: pretrigger
Vor der Auslösung eines Triggers.
Pretrigger: das Einstellfenster vor dem Messbeginn
Ein Pretrigger ist ein Datenpuffer oder Zeitraum, der vor einem tatsächlichen Triggerereignis erfasst wird. Bei Oszilloskopen, Datenerfassungssystemen und Waveform-Recordern speichert die Pretrigger-Funktion Abtastwerte bis zu dem Moment, in dem das Gerät das gewünschte Signal erkennt. Dies löst ein grundlegendes Problem: Zum Zeitpunkt der Triggerbedingung hat das interessante Verhalten bereits begonnen. Ohne Pretrigger-Erfassung verpassen Sie die steigende Flanke, den einleitenden Einschwingvorgang oder alles, was dem zu messenden Ereignis vorausgeht.
Die Pretrigger-Tiefe wird als Prozentsatz des Gesamtspeichers oder als feste Abtastanzahl angegeben. Ein Oszilloskop mit 20 Prozent Pretrigger und 80 Prozent Posttrigger erfasst 20 Prozent seiner Wellenform vor dem Triggerpunkt und 80 Prozent danach. Einige Geräte ermöglichen einen Pretrigger, der 90 Prozent oder mehr des Erfassungsspeichers beansprucht, was sinnvoll ist, wenn das benötigte Signal lange vor der Triggerflanke ankommt. Das Pretrigger-Fenster wird im RAM gehalten und kontinuierlich aktualisiert; nur wenn der Trigger ausgelöst wird, werden die Daten im Speicher fixiert und stehen zur Analyse oder zum Export zur Verfügung.
Praktische Einschränkungen und Kompromisse
Die Pretrigger-Erfassung verbraucht Speicherbandbreite und Speicherplatz. Ein Digitizer mit einer Abtastrate von 1 Gigasample pro Sekunde wird den Pufferspeicher schnell aufzehren, wenn der Pretrigger tief eingestellt ist. Echtzeit-Oszilloskope mit endlichem Speicher können nicht unbegrenzt vor dem Triggern erfassen, daher müssen Benutzer eine Pretrigger-Tiefe wählen, die zwischen der Notwendigkeit, das Verhalten vor dem Ereignis zu sehen, und der erforderlichen Abtastrate sowie Aufzeichnungslänge abwägt. Wiederholte oder Single-Shot-Erfassungen erfordern unterschiedliche Pretrigger-Strategien: Wiederholte Erfassungen können mit kürzerem Pretrigger auskommen, da das gleiche Ereignis mehrfach auftritt, aber Single-Shot-Erfassungen erfordern oft maximalen Pretrigger, um einmalige Einschwingvorgänge nicht zu verpassen.
Der Begriff ergibt sich natürlicherweise aus der Triggerlogik: Pretrigger ist die Phase, die vor der Triggeraktivierung abläuft. In Test und Messung ist Pretrigger unverzichtbar für die Charakterisierung des Einschaltverhaltens, von Fehlersequenzen, Einschwingvorgängen und Übersteuerungen. Eingebettete Logic Analyzer und Protocol Decoder verlassen sich ebenfalls auf Pretrigger, um den Busstatus vor einem erkannten Paket oder einer Fehlerbedingung anzuzeigen. Ohne Pretrigger wird die Fehlerbehebung bei elektrischen Ereignissen zum Ratespiel darüber, was dem gemessenen Fehler vorausging.