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Bauwesen

Vorspannung

Englisch: pretension

Anspannung von Bewehrungssträngen vor dem Betonieren.

Vorspannung: Stahl vor dem Aushärten des Betons spannen

Vorspannung ist das Verfahren, bei dem Bewehrungsstähle oder Drähte absichtlich unter hohe Spannung gezogen werden, bevor Beton um sie herum gegossen wird. Sobald der Beton aushärtet und an den vorgespannten Stahl haftet, versucht der Stahl, in seine ursprüngliche Länge zurückzukehren, aber der Beton hält ihn zurück. Dies erzeugt eine bleibende Druckkraft im gesamten Betonteil und wirkt den Zugspannungen entgegen, die entstehen, wenn der Träger belastet wird.

Der Stahl wird an festen Punkten auf einem Gießbett oder Rahmen verankert und dann mit Hydraulikzylindern auf eine genaue Spannung gezogen (normalerweise 70 bis 80 Prozent der Zugfestigkeit des Stabes). Die Spannung wird durch Keile oder mechanische Klemmvorrichtungen aufrechterhalten, während Beton eingegossen, verdichtet und aushärtet. Sobald der Beton ausreichende Festigkeit erreicht hat (üblicherweise 3500 bis 5000 psi), wird der Stahl von den Verankerungen freigegeben. Die Haftung zwischen Stahl und Beton überträgt die Spannung auf das umgebende Material.

Vorgespannter Beton ist bei Fertigteilen üblich: Hohlkörperplatten, Doppel-T-Träger, Pfähle und Kastenkonstruktionen. Weil die Druckspannung bereits vor Lastaufbringung vorhanden ist, können vorgespannte Träger größere Spannweiten überbrücken oder schwerere Lasten tragen als konventionell bewehrter Beton gleicher Höhe. Die Druckspannung reduziert auch Rissbildung und verbessert die Dauerhaftigkeit, indem der Beton während der Nutzung unter Druck statt unter Zug bleibt.

Häufige Ausfallarten und Kontrolle

Das Abrutschen von Stahl aus dem Beton ist ein Hauptrisiko und tritt auf, wenn die Haftung vorzeitig verloren geht oder der Beton nicht ordnungsgemäß aushärtet. Stahlkorrosion kann die Vorspannkraft über Jahrzehnte hinweg langsam verringern. Die anfängliche Spannkraft muss genau gemessen und dokumentiert werden; Druckschwankungen in der Hydraulik oder Kriechen in den Verankerungen führen zu Spannungsabfall. Das Schneiden oder Abrutschen der Stähle während der Freigabe verursacht plötzliche Entlastung und kann den Träger reißen oder zum Einsturz bringen.

Vorspannung unterscheidet sich von Nachspannung, bei der Kabel nach dem Aushärten des Betons vorgespannt werden. Vorspannung eignet sich ideal für Serienproduktion in Werken, weil das gleiche Gießbett und Verankerungssystem mehrmals wiederverwendet werden kann. Nachspannung bietet mehr Flexibilität für vor Ort hergestellte Konstruktionen oder ungewöhnliche Geometrien. Beide Verfahren erreichen das gleiche Ziel: bleibende Druckspannung im Beton, um seine Tragfähigkeit und Lebensdauer zu verlängern.

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