pikieren
Englisch: prick
Meist in der Form pikieren: Samen oder Setzlinge in regelmäßigen Abständen in Löcher gepflanzte Erde setzen.
pikieren: Setzlinge in Abstände gesetzt Löcher verpflanzen
Pikieren bedeutet, kleine Löcher in vorbereitete Erde zu machen und Setzlinge oder Samen in regelmäßigen Abständen hineinzusetzen. Das Verb erscheint am häufigsten als pikieren und beschreibt den Moment, wenn ein gezogener Setzling, noch zart und nur wenige Wochen alt, aus dem dichten Saatbeet in seinen eigenen Wuchsraum wechselt. Ein Pikieroch ist das Loch selbst; das Werkzeug, das es macht, ist ein Pikierholz oder Pikierspan.
Die Arbeit findet in einer bestimmten Wachstumsphase statt. Samen keimen eng beieinander in einer flachen Saatschale oder im Frühbeetkasten und konkurrieren um Licht und Nährstoffe. Sobald der Setzling seine ersten echten Blätter entwickelt hat, die sich von den Keimblättern unterscheiden, hat er genug Reserven, um eine Verpflanzung zu überstehen. Zu diesem Zeitpunkt, normalerweise vier bis acht Wochen nach der Aussaat je nach Kultur, ist der Setzling bereit, herausgenommen und in einzelne Töpfe oder Abstände in Kultursubstrat oder Freilandbeet pikiert zu werden.
Ein Gärtner oder Vermehrungsfachmann benutzt ein Pikierholz, ein dünnes Holz- oder Metallwerkzeug mit spitzer oder leicht abgerundeter Spitze, um Löcher in die Erde zu öffnen. Der Abstand ist je nach Kultur unterschiedlich: Salatsetzlinge werden vielleicht mit 5 Zentimetern Abstand in Module pikiert, während größere Pflanzen wie Tomaten oder Kreuzblütler 8 bis 10 Zentimeter große Töpfe benötigen oder mit ähnlichen Abständen in ein Beet pikiert werden. Der Setzling wird an einem Blatt gehalten, niemals am Stengel, und ins Loch gesenkt, sodass die Bodenlinie knapp unter den Keimblättern sitzt. Die Erde wird sanft um die Wurzeln gefestigt, um Luftlöcher zu vermeiden.
Der Begriff kommt am häufigsten in der Baumschul- und Vermehrungsarbeit vor, wo Tausende von Setzlingen unter kontrollierten Bedingungen diese Phase durchlaufen. In der kommerziellen Gartenbaubetrieben wird Pikieren zunehmend durch direkte Aussaat in einzelne Module oder Töpfe von Anfang an ersetzt, wodurch die Arbeit des Verpflanzens entfällt. Kleinbetriebe, Züchter alter Gemüsesorten und intensive Handbewirtschaftungssysteme greifen aber immer noch auf die Methode zurück, weil sie eine flexible Anpassung der Pflanzendichte erlaubt und schwachen Setzlingen eine zweite Chance vor dem endgültigen Pflanzen gibt.
Misserfolg beim Pikieren folgt meist aus Beschädigungen des Stengels beim Handling, unzureichendem Festdrücken der Erde mit Luftlöchern um die Wurzeln oder Verpflanzung im falschen Stadium, wenn der Setzling zu zart oder zu weit entwickelt ist. Der Name selbst leitet sich von der Stechbewegung und dem kleinen Loch ab, ähnlich wie bei einem Nadelstich oder Dornstich.