auslaugen
Englisch: scourge
Eine Feldfrucht oder ein Bauer: die Bodenfruchtbarkeit (eines Landes oder Bodens) erschöpfen.
ausmagern: Bodenfruchtbarkeit durch intensive Bewirtschaftung erschöpfen
Ausmagern bedeutet, einem Boden durch wiederholte Bearbeitung ohne ausreichende Ruhezeiten oder Nährstoffzufuhr die Fruchtbarkeit zu entziehen. Ein Landwirt magert den Boden aus, wenn Feldfrüchte Saison für Saison auf derselben Fläche ohne Fruchtfolge, Brache oder Bodenverbesserung angebaut werden, bis allmählich Stickstoff, Phosphor und organische Substanz aufgebraucht sind und die Erträge einbrechen. Der Begriff beschreibt den kumulativen Schaden, der entsteht, wenn man dem Boden mehr entnimmt, als man ihm zurückgibt.
Historisch trat Ausmagern auf, wenn Landwirte nicht das Wissen oder die Mittel für Fruchtfolgewirtschaft hatten. Durchgehender Monokultur, besonders bei stickstoffzehrenden Kulturen wie Weizen oder Mais, würde den verfügbaren Stickstoff auf schlechten Böden innerhalb von drei bis fünf Jahren aufbrauchen und zur Aufgabe der Fläche zwingen. Auch mit modernen Düngern kann intensive Monokultur den Boden ausmagern, indem sie die Bodenstruktur schädigt, Spurenelemente verbraucht und die Vielfalt der Mikroorganismen verringert, die den Nährstoffkreislauf unterstützen.
Ausgemagerte Böden zeigen sinkende Erträge trotz ausreichender Wasserzufuhr und Schädlingsbekämpfung. Bodenuntersuchungen offenbaren verringerte organische Substanz (unter 2 Prozent), unausgewogene Nährstoffverhältnisse und Verdichtung. Die Wiederherstellung erfordert Jahre der Bewirtschaftung: Fruchtfolge, Zwischenfrüchte, reduzierte Bodenbearbeitung oder längere Brachezeiten ermöglichen es, organische Substanz wieder aufzubauen und Mikroorganismenpopulationen zu regenerieren. Einige stark ausgemagerte Böden benötigen ein Jahrzehnt oder länger, um wieder tragfähige Fruchtbarkeit zu erreichen.
Das Wort gehört zu einem älteren landwirtschaftlichen Vokabular, das häufiger in historischen Texten und Bodenwissenschaften anzutreffen ist als im modernen Bauerngebrauch, wo heute Begriffe wie "Bodenerschöpfung" oder "Bodendegradation" bevorzugt werden. Aber Ausmagern bleibt präzise: Es impliziert nicht nur Rückgang, sondern aktive Schädigung durch menschliches Handeln und unterscheidet sich dadurch von natürlicherweise unfruchtbaren oder verwitterten Böden. Ein Landwirt, der ausmagert, hat etwas entzogen.