Zugmaschine
Englisch: prime mover
Zugmaschine oder Sattelzugmaschine; genauer gesagt der vordere Teil eines Sattelkraftfahrzeugs, also die Zugmaschine, an die der Auflieger angebracht wird.
Zugmaschine: der motorisierte Laster, der den Anhänger zieht
Eine Zugmaschine im Transportwesen ist die Sattelzugmaschine, der angetriebene vordere Bestandteil eines Sattelzugs. Sie trägt den Motor, das Getriebe, die Fahrerkabine und die Sattelkupplung, die den ungefederten Anhänger dahinter stützt und zieht. Die Zugmaschine erbringt die Antriebsleistung; der Anhänger ist lediglich mitgeschleppte Ladefläche.
Die Sattelkupplung ist das mechanische Drehgelenk, das auf dem Rahmen hinter der Kabine angebracht ist und den Kupplungszapfen der oberen Kupplung des Anhängers aufnimmt. Diese Verbindung ermöglicht dem Anhänger, sich unabhängig von der Zugmaschine zu artikulieren oder zu schwenken, besonders bei engen Kurven. Die Zugmaschine trägt das Gewicht durch ihre hintere Achsfederung, in der Regel eine Tandemachse mit Doppelrädern auf jeder Seite zur Lastverteilung.
Zugmaschinen werden nach Gewicht und Leistung in verschiedene Klassen eingeteilt. Ein Class-8-Laster, der schwerste, kann leer 15.000 bis 18.000 Pfund wiegen und einen beladenen Anhänger bis zu 80.000 Pfund Gesamtgewicht ziehen. Motoren reichen von 400 bis 600 PS bei herkömmlichen Fernverkehrszugmaschinen, mit Drehmomentangaben zwischen 1200 und 1850 Fuß-Pfund, die erforderlich sind, um schwere Lasten aus dem Stand zu bewegen. Modelle mit Schlafkabine haben eingebaute Kojen für Fahrer auf Langstreckenfahrten; Tagfahrerkabinen sind leichter und besser für lokale Sammel- und Zustellarbeiten geeignet.
Der Begriff Zugmaschine stammt aus der Maschinentechnik, wo er jede Maschine bedeutet, die Energie in Bewegung umwandelt. Im Transportwesen passt der Name, weil die Zugmaschine der einzige Teil ist, der Leistung erzeugt; ohne sie ist der Anhänger bewegungslos. Der Ausdruck wird auch im weiteren Sinne in der Logistik für jede primäre Energiequelle in einem System verwendet.
Häufige Schwachstellen sind Risse im Rahmen an Spannungspunkten bei der Sattelkupplung, Getrieberutsch unter Volllast und Lagerverschleiß in den Hinterachsen durch dauerhaftes Ziehen. Bremsenpobleme sind kritisch, da die Zugmaschine genug Bremsleistung aufbringen muss, um sowohl sich selbst als auch einen beladenen Anhänger von gleicher oder größerer Masse zu bremsen. Korrosion an der Sattelkupplung und lockere Kupplungszapfen sind Wartungsbedenken, die die Zuverlässigkeit der Kupplung beeinflussen.