Pusher
Englisch: pusher
Flugzeug mit dem Propeller hinter dem Rumpf.
Drücker: Propeller hinter dem Motor oder Rumpf montiert
Ein Drücker-Flugzeug hat seine Schraube hinter den tragenden Flächen positioniert und zieht Luft zum Rumpf hin, anstatt das Flugzeug durch die Luft vorwärts zu ziehen. Das kontrastiert mit der herkömmlichen Zieher-Anordnung, bei der die Schraube vorne sitzt und das Flugzeug vorwärts zieht. Die Drücker-Anordnung platziert die Schraube im Nachlauf von Rumpf und Flügeln, was das aerodynamische Verhalten und den Zugang zur Wartung erheblich verändert.
Drücker-Konstruktionen erscheinen am häufigsten bei Kunststoff- oder Ultraleichtflugzeugen, Segelflugzeugschleppern und einigen experimentellen Typen. Die Anordnung bietet ein sauberes Bugprofil für bessere Sicht oder Sensormontage und kann Schraubenlärm in bestimmten Flugphasen reduzieren, indem sie in gestörter Luft arbeitet. Allerdings arbeitet die Schraube in einem verschlechterten aerodynamischen Umfeld: Der Rumpfnachlauf reduziert den effektiven Luftstrom über den Blättern und senkt den Schraubennutzungsgrad um 5 bis 15 Prozent gegenüber einer Zieher-Anordnung. Vibrationen werden ausgeprägter, weil die Blätter auf ungleichmäßige Strömungsmuster treffen.
Wartung und strukturelle Aspekte
Drücker-Schrauben stellen besondere Wartungsanforderungen. Die hintere Montage erfordert einen robusten Leitwerk-Ausleger oder Boom-Struktur, die Schub- und Torsionslast zurück zum Rumpf übertragen; diese Strukturen sehen höhere Biegemomente als vordere Motormontierungen. Die Schraubenwartung oder Überholung bedeutet Arbeiten in beengtem Raum um das Leitwerk, was den Zugang erschwert. Das Getriebe oder die Wellenkupplung muss Engine zu Schraube mit präziser Ausrichtung verbinden, denn jede Unwucht wird an den Schraubenspitzen verstärkt. Öl- und Treibstoffsysteme müssen durch den Rumpf oder daran vorbei geführt werden, was die Rohrleitungen und Lecksuche verkompliziert.
Der Begriff Drücker spiegelt die mechanische Realität wider: die Schraube drückt das Flugzeug, indem sie gegen die Luft dahinter drückt. In älterer Luftfahrtliteratur wurden diese manchmal Tractor-Pusher-Anordnungen genannt, um sie von den ursprünglichen Propeller-vorne-Konstruktionen zu unterscheiden. Moderne Kunststoff- und Bausatzflugzeuge haben die Drücker-Anordnung wiederbelebt, weil leichtere Strukturen den Effizienznachteil weniger kritisch machen und weil hintere Motormontierungen die Gewichts- und Schwerpunktlage beim Entwurf vereinfachen.
Techniker, die mit Drücker-Flugzeugen arbeiten, müssen abweichende Schraubengleitsberechnungen, unterschiedliche Vibrationssignaturen beim Hochfahren und das Risiko von Leitwerk-Boom-Ermüdung berücksichtigen. Motorlager-Risse erscheinen früher bei Drückern, wenn die Schublasten nicht richtig vorausgesehen werden. Die Schraubenauswuchtung wird wichtiger als bei Ziehern, weil die hintere Position Vibrationen durch den Rumpf zum Piloten verstärkt.