Schutzrohr
Englisch: pushbar
Ein rohrknotiges oder stabförmiges Zubehör, das an der vorderen Stoßstange oder dem Fahrgestell eines Fahrzeugs, insbesondere von Lastkraftwagen, SUVs, Einsatzfahrzeugen oder Lokomotiven montiert ist, um leichte Lasten wie liegengebliebene Fahrzeuge zu schieben oder vor leichten Aufprällen zu schützen, ohne die Hauptstoßstange zu beschädigen.
Pushbar: verstärkter Stoßfänger, der Hindernisse beiseite räumt
Ein Pushbar ist ein starrer Rahmen aus Stahlrohr oder Profilstahl, der an den vorderen Stoßfänger oder das Fahrgestell eines schweren Fahrzeugs geschraubt wird, üblicherweise an einem Lastwagen, Feuerwehrfahrzeug, Polizei-SUV oder einer Lokomotive. Er sitzt vor dem Hauptstoßfänger und federt Kontakte mit leichten Hindernissen, liegen gebliebenen Fahrzeugen oder Trümmern ab. Der Balken leitet Aufprallkräfte direkt auf das Fahrgestell statt auf die Stoßfängeranordnung, wodurch teure Karosserieteile und Scheinwerfergruppen bei langsamen Stoßvorgängen oder Kollisionen geschützt werden.
Die meisten Pushbars sind geschweißte oder verschraubte Stahlrohre, üblicherweise 2 bis 4 Zoll Durchmesser, montiert 12 bis 18 Zoll vor der Stoßfängerfläche. Feuerwehren bevorzugen sie, weil ein Fahrzeug möglicherweise ein liegen gebliebenes Auto aus einer Fahrbahn schieben oder Trümmer an einer Einsatzstelle räumen muss. Polizeieinheiten nutzen Pushbars für kontrollierte Kontaktstopps oder zum Verschieben von Fahrzeugen, die Fahrbahnen blockieren. Der Balken kann Aufpralle bei Geschwindigkeiten unter 10 km/h ohne Verformung standhalten, wenn er richtig montiert ist; bei höheren Geschwindigkeiten versagt er genau wie vorgesehen, knittert zusammen und absorbiert Energie, statt sie auf das Fahrgestell zu übertragen.
Varianten und Montage
Manche Pushbars haben eine horizontale untere Stufe oder einen Querbalken, damit Personal bei Stoßvorgängen darauf stehen oder sich abstützen kann. Andere haben integrale Winden- oder Schleppringe. Das Material variiert: Baustahl-Rohre sind am häufigsten und kosteneffizient; Edelstahlversionen finden sich bei manchen Einsatzfahrzeugen. Die Montage erfordert verstärkte Halterungen, die auf Fahrzeughornen verschweißt oder verschraubt sind. Die Baugruppe muss für die beabsichtigte Last und Aufprallbewertung zertifiziert sein. Schlechte Montage, fehlende Schweißnähte oder Korrosion unter dem Balken sind häufige Ausfallstellen.
Der Pushbar existiert teilweise wegen gesetzlicher Grenzen für die Stoßfängerauslegung. Straßenstoßfänger sind so konstruiert, dass sie Fußgänger schützen und Aufpralle bei niedriger Geschwindigkeit ohne Beschädigung aufnehmen, was sie für absichtliche Stoßarbeit zu weich macht. Ein separater Pushbar macht es überflüssig, einen Stoßfänger zu spezifizieren, der beide Aufgaben erfüllt. Bei Lokomotiven gilt das gleiche Prinzip: eine pflugähnliche Konstruktion an der Front kann Gleishindernisse treffen und räumen, ohne die Lokomotivenhülle zu beschädigen.
An Industrie- oder Baustellen erscheinen gleichwertige Vorrichtungen unter anderen Namen: Kuhfänger bei Schmalspurausrüstungen, Schubrahmen bei Hofschleppern oder einfach Schubschutzvorrichtungen. Der Begriff Pushbar ist in Feuerwehr und Strafverfolgung am meisten verankert. Versicherungs- und Fuhrparkmanager vermerken, dass ein verschlissener oder korrodierter Pushbar, der Aufprallkräfte nicht richtig übertragen kann, zur Haftung wird; ein Austausch ist billiger als eine Reparatur des dahinter liegenden Stoßfängers und Fahrgestells.