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Bahntechnik

vervierfachen

Englisch: quadruple

Vier parallel verlaufende Gleise auf einer Eisenbahnstrecke verlegen.

Viergleisigkeit: vier Gleise dort verlegen, wo zuvor zwei oder eines waren

Eine Eisenbahnstrecke viergleisig auszubauen bedeutet, eine eingleisige oder zweigleisige Strecke über einen definierten Abschnitt in vier parallele Fahrtgleise zu erweitern. Dies ist grundsätzlich eine Maßnahme zur Steigerung der Leistungsfähigkeit: Eine zweigleisige Strecke kann mit moderner Signaltechnik etwa 200 Züge pro Tag in jede Richtung abwickeln, vier Gleise ermöglichen fast die doppelte Kapazität, indem Personen- und Güterverkehr getrennt werden oder Gleise verschiedenen Geschwindigkeitsklassen oder Fahrtrichtungen ohne gegenseitige Behinderung gewidmet sind.

Die Entscheidung zur Viergleisigkeit resultiert aus Streckenüberlastung. Ein Eisenbahnunternehmen führt diese Arbeiten in der Regel durch, wenn die Nachfrage auf einem überlasteten Korridor in der Spitzenstunde, häufig auf Vorort- oder regionalen Hauptstrecken, nicht mehr ohne inakzeptable Verspätungen oder Zuverlässigkeitsverluste bewältigt werden kann. Viergleisige Ausbauten sind Standard in vielen städtischen Bahnnetzen in Europa und Asien; British Rail baute die Great Western Main Line aus diesem Grund in den 1990er Jahren in mehreren Abschnitten auf vier Gleise aus. Die Arbeiten erfordern zusätzlichen Landerwerb, Verlegung von Versorgungseinrichtungen, Neugestaltung von Dämmen und Einschnitten sowie Neubau oder Verlegung aller Infrastruktur: Signale, Kreuzungen, Brücken, Bahnsteige.

Die vier Gleise sind typischerweise paarweise angeordnet: zwei Gleise in Fahrtrichtung (zum Hauptziel, meist Hauptstadt oder Stadtzentrum) und zwei Gleise in Gegenrichtung. In manchen Konzepten verkehren Nahverkehrs- und Schnellverkehrszüge auf separaten Gleispaaren, sodass Schnellzüge Regionalbahnen überholen können, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen. In anderen Fällen sind alle vier Gleise einheitlich signalisiert und flexibel einsetzbar. Auch die Bahnsteiggestaltung ändert sich: Ein viergleisiger Abschnitt kann einen zentralen Mittelbahnsteig für beide Fahrtrichtungen auf zwei Gleisen behalten oder neue Inselbahnsteige für das äußere Gleisspaar errichten. Niveaugleiche Kreuzungen sind aufwendig und kostspielig; Niveauunterschiede durch Brücken und Unterführungen werden wirtschaftlich attraktiver.

Der Viergleisausbau ist teuer und störanfällig. Ein typisches Projekt auf einer befahrenen Strecke erfordert mehrjährige Ingenieurbau- und Sperrzeiten; die Kosten liegen zwischen mehreren Millionen Euro pro 10 Kilometer, je nach Bodenpreis, Geländebeschaffenheit und Bebauungsdichte. Aus diesem Grund werden häufig Alternativen geprüft: Signalmodernisierung, zum Beispiel von Lichtsignalen auf Führerstandssignale, leichte Gleisabschnittsverlagerungen oder Bahnsteigverlängerungen für längere Züge. Ein vollständiger Viergleisausbau bleibt Strecken vorbehalten, auf denen mit hoher Nachfrage über Jahrzehnte zu rechnen ist und die Netzgeometrie es zulässt.

Der Fachbegriff ist selbstverständlich und eindeutig in der Eisenbahntechnik; Verwechslungen mit anderen Bedeutungen gibt es nicht. Verwandte Begriffe sind Verdonnelung (Ausbau von eins auf zwei Gleise), Verdreigleisigung (selten; Ausbau auf drei Gleise) und Versingelung (Rückbau). Viergleisigkeit ist primär ein britischer und europäischer Begriff; Nordamerikanische Bahngesellschaften verwenden Double-tracking und Multi-tracking lockerer und bauen vier Gleise auf Hauptstrecken nur in Pendlerverkehrskorridoren aus.

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