Dienstgüte
Englisch: quality of service
Die Gesamtleistung eines Telefon- oder Computernetzes, bewertet nach Fehlerquoten, Durchsatz, Übertragungsverzögerung und ähnlichen Parametern.
Servicequalität: was Ihr Netz wirklich leistet
Servicequalität, oder QoS, ist die messbare Leistung, die ein Netz oder Netzbetreiber seinen Nutzern zusichert. Sie quantifiziert, wie gut ein System Daten, Sprache oder Video transportiert, indem sie konkrete Parameter verfolgt: Paketverlutsrate, Latenz (Verzögerung), Jitter (Verzögerungsschwankungen) und Durchsatz in Bits pro Sekunde. Eine Netzgarantie von 99,9% Verfügbarkeit mit weniger als 50 Millisekunden Latenz ist eine QoS-Spezifikation; ob das Netz sie einhält, ist eine QoS-Messung.
In der Telefonie wurde QoS kritisch, weil Sprachverbindungen niedrige Latenz und minimalen Jitter erfordern, um natürlich zu klingen. Eine Roundtrip-Verzögerung von 150 Millisekunden macht ein Gespräch schwierig; Paketverlust über 1% verursacht hörbaren Ausfall. Datennetze dagegen tolerieren höhere Verzögerungen, können aber garantierten Mindestdurchsatz für Video-Streaming oder Dateiübertragungen erfordern. Verschiedene Verkehrstypen brauchen unterschiedliche QoS-Ziele, darum setzen moderne Netze auf Verkehrspriorisierung und Zulassungskontrolle: Sie reservieren Bandbreite für Sprache und lassen E-Mail-Verkehr den Rest teilen.
Varianten und Umsetzung
QoS kann garantiert sein, wenn der Betreiber sich vertraglich zu bestimmten Kennwerten verpflichtet, oder Best-Effort, wenn keine Garantien bestehen. Ethernet-Netze nutzen Mechanismen wie 802.1p-Prioritätskennzeichnung und DiffServ (Differentiated Services), um Pakete zu markieren und entsprechend einzuplanen. Internet Service Provider legen QoS in Leistungsverträgen fest und nennen maximale Latenz, garantierte Mindestbandbreite und tolerable Paketverlustraten. Bei Überlastung nutzen Router und Switches diese QoS-Markierungen, um zu entscheiden, welche Pakete zuerst übertragen und welche verworfen werden.
QoS versagt, wenn Netze über ihre Kapazität hinaus ausgebaut werden oder wenn die Prioritätslogik falsch konfiguriert ist. Ein Rückgratlink mit einer Kapazität von 10 Gigabit pro Sekunde kann QoS nur dann garantieren, wenn die Summe aller garantierten Verpflichtungen deutlich unter dieser Grenze bleibt, typischerweise bei 80 Prozent oder weniger. Jitter kann unvorhersehbar ansteigen, wenn Verkehr verschiedene Routingpfade mit unterschiedlichen Ausbreitungsverzögerungen nimmt und damit QoS-Annahmen zunichte macht. Videokonferenzen, Online-Spiele und VoIP-Anwendungen reagieren empfindlich auf QoS-Verschlechterung; Massenübertragungen von Dateien nicht.
Der Begriff entstand in den 1990er Jahren, als Betreiber zu paketvermittelten Netzen übergingen und eine Sprache brauchten, um ihre Servicequalität von der festen Kapazität und vorhersehbaren Leistung der klassischen leitungsvermittelten Telefonie zu unterscheiden. Er bleibt grundlegend für Service-Provider-Verträge und Netzwerk-Design, wird im öffentlichen Internet aber oft mehr missachtet als befolgt, wo Best-Effort-Zustellung dominiert.