Kühler
Englisch: radiator
Vorrichtung, die die Temperatur des Motorkühlmittels durch Wärmeableitung an die Luft über Metallrippen senkt.
Kühler: der Wärmetauscher des Motors zur Umgebungsluft
Ein Kühler ist ein Wärmetauscher, der thermische Energie aus dem Motorkühlmittel aufnimmt und in die umgebende Luft abgibt. Der Kern besteht aus Röhren oder Kanälen, durch die heißes Kühlmittel fließt, umgeben von dünnen Metalllamellen (typischerweise Aluminium oder Kupfer), die die Oberfläche vergrößern. Wenn Luft durch den Kühler strömt oder von einem Lüfter hindurchgedrückt wird, überträgt sich Wärme vom Kühlmittel auf die Lamellen und dann auf die Luft. Dieser Kühlkreislauf ist unverzichtbar: ohne ihn überhitzen Verbrennungsmotoren und blockieren innerhalb weniger Minuten.
Kühler sitzen bei den meisten Fahrzeugen an der Front, exponiert gegenüber der ankommenden Luft, wenn der Motor läuft oder das Fahrzeug fährt. Das Kühlmittel verlässt den Motorblock bei Temperaturen zwischen 80 und 100 Grad Celsius, fließt durch den Kühlerkern und kehrt mit etwa 70 bis 80 Grad Celsius zurück. Der Druckdeckel oben hält den Systemdruck, typischerweise 1,3 bis 1,8 bar, was den Siedepunkt des Kühlmittels über 100 Grad Celsius anhebt. Ein Thermostat vorgelagert regelt den Kühlmittelfluss, um die optimale Betriebstemperatur zu halten; wenn kalt, sperrt er den Kühler komplett ab.
Kerntypen und Bauweise
Rohren-Lamellen-Kühler dominieren die Automobilanwendung. Flache Rohre verlaufen vertikal (oder horizontal in kompakten Fahrzeugen), mit Aluminiumlamellen, die hartgelötet oder mechanisch auf sie aufgebracht sind. Schwerlastwagen und industrielle Ausrüstungen verwenden oft Rippenrohr- oder Rippenplattenbauweise, bei der runde oder rechteckige Rohre auf flache Platten gelötet sind, was robuste Einfachheit und leichtere Reinigung bietet. Vollaluminium-Kühler sind leichter und korrosionsbeständiger als ältere Messing-Kupfer-Einheiten, aber anfälliger für elektrolytischen Verschleiß, wenn die Kühlsystemchemie abweicht.
Häufige Ausfallarten sind Lamellencorrosion, Rohrlecks durch Kavitationserosion oder saures Kühlmittel und Lamellenverstopfung durch Straßenschmutz oder innere Ablagerungen. Elektrolyse zwischen ungleichartigen Metallen beschleunigt den Ausfall, wenn Kühlmittelinhibitoren erschöpft sind. Kühlerdurchspülintervalle hängen vom Kühlmitteltyp ab: konventionelles glykol-basiertes Kühlmittel hält typischerweise 2 bis 3 Jahre, während erweiterte Kühlmittel 5 bis 10 Jahre erreichen können. Vernachlässigte Kühlsysteme sammeln Rost, Kesselstein und Schlamm an, die den Fluss einschränken und die Wärmeübertragungseffizienz senken.
Der Begriff "Kühler" ist etwas historisch; diese Geräte leiten und konvektieren Wärme viel mehr, als dass sie sie abstrahlen. Echte Wärmestrahlung ist bei normalen Betriebstemperaturen vernachlässigbar. Der Name bleibt von frühen Dampfheizsystemen erhalten, wo Heizkörper Gebäude hauptsächlich durch Strahlung wärmten. Bei Motoren hängt die Auswahl von Leistung, Umgebungsbedingungen und Bauplatzbeschränkungen ab. Ein 100-Kilowatt-Motor benötigt möglicherweise einen Kühler mit 1 bis 2 Quadratmetern Kernfläche; größere Motoren oder raue Klimazonen erfordern übergroße Einheiten oder Doppelkühler.