Funkfernbedienung
Englisch: remote keyless entry
Das Fernsteuergerät für den schlüssellosen Fernzugriff auf Fahrzeuge.
RKE: Funkgesteuerte Fernverriegelung
Ein Fernverriegelungssystem ermöglicht es einem Bediener, ein Fahrzeug, Tor oder einen industriellen Zugangspunkt durch Aussendung eines Funksignals von einem tragbaren Sender aus zu verriegeln oder zu entriegeln, typischerweise aus einer Entfernung von 30 bis 100 Metern, abhängig von Frequenz und Abschirmung. Der Sender überträgt ein codiertes Signal an ein Empfängermodul, das auf oder in dem Zugangspunkt installiert ist, welches dann einen elektrischen Schlossmechanismus oder eine Spule betätigt. Dies erspart das physische Einführen und Drehen eines Schlüssels, beschleunigt den Zugang und reduziert den Verschleiß an mechanischen Schlössern.
Industrielle RKE-Systeme unterscheiden sich erheblich von Automobilanwendungen. Fabrikausrüstungen, Zufahrtstore und gesicherte Lagerräume nutzen häufig die Frequenzbänder 433 MHz oder 315 MHz mit Rollcode-Verschlüsselung, um Signalwiedergabeangriffe zu verhindern, bei denen ein Angreifer eine gültige Übertragung aufzeichnet und wiederholt, um die Tür zu öffnen. Das Empfängermodul enthält normalerweise einen Mikrocontroller, der den Code validiert, bevor er die Spule auslöst. Die Stromversorgung erfolgt entweder durch Batteriepuffer im Empfänger oder durch Hardverkabelung an das elektrische System der Anlage für kontinuierlichen Betrieb.
Häufige Ausfallarten und Varianten
Batterieentladung in einem tragbaren Sender ist das häufigste Betriebsproblem. Industrielle Sender können Reichweiten von 50 bis 100 Metern in freier Luft haben, aber dies nimmt in metallreichen Umgebungen wie Lagerhallen oder bei schlecht positionierter Empfängerantenne deutlich ab. Manche Systeme unterstützen mehrere Sender, die durch einen Lernprozess an einen einzelnen Empfänger gekoppelt sind, während andere eine Zentrale verwenden, die Dutzende von Sendern programmieren kann. Witterungsschutz wird entscheidend: Sender im Freien benötigen versiegelte Tasten und vergossene Leiterplatten, um Feuchtigkeitseinlagerung zu widerstehen.
Der Begriff schlüssellose Verriegelung ist etwas irreführend, da das System dennoch ein physisches Ferngerät benötigt; es ist nicht wirklich schlüssellos, nur schlüsselfrei. Die Bezeichnung "Fernbedienung" unterscheidet es von näherungsgesteuerten Systemen, die erfordern, dass der Bediener sich wenige Zentimeter von einem Leser entfernt. RKE liegt zwischen herkömmlichen mechanischen Schlössern und anspruchsvolleren Biometrie- oder Netzwerk-Zugangsschutz-Systemen. In industriellen Umgebungen ist RKE kostengünstig für mittelsichere Anwendungen, bei denen die Bequemlichkeit der drahtlosen Verriegelung den Wartungsaufwand für Batteriewechsel und gelegentliche Reichweitenprobleme rechtfertigt.
Die Installation umfasst normalerweise das Anbringen der Empfängerbox in der Nähe des Schlossmechanismus, das Verlegen von Stromversorgungs- und Relaisverkabelung zum elektrischen Riegel oder zur Spule und die Programmierung des Senders durch eine vom Hersteller definierte Tastenfolge. Störungen durch nahegelegene WiFi-Router, Funkgeräte oder elektrische Ausrüstungen können die Leistung beeinträchtigen, besonders im 2,4 GHz-Band, das von manchen Verbrauchersystemen genutzt wird. Industrielle RKE-Geräte arbeiten oft auf lizenzierten oder lizenzfreien ISM-Bändern, um solche Konflikte zu minimieren, und redundante Empfänger oder Bestätigungssignale können an kritischen Zugangspunkten hinzugefügt werden.