Rückwärtsverbindung
Englisch: reverse link
In der Funkommunikation die Verbindung von einem mobilen Benutzer zu einer ortsfesten Basisstation; bei Satellitenfunkrelais besteht die Rückwärtsverbindung aus einem Uplink (Mobilstation zu Satellit) und einem Downlink (Satellit zu Basisstation)
Rückwärtsverbindung: Funkstrecke von Mobilstation zur Basisstation
Die Rückwärtsverbindung ist die Funkstrecke vom mobilen Sender (z.B. tragbares Funkgerät, Mobiltelefon oder luftgestütztes Gerät) zurück zur stationären Empfängerstation oder zum Netzwerk-Hub. Sie steht im Gegensatz zur Vorwärtsverbindung, die Daten und Sprache von der Basisstation zum mobilen Gerät überträgt. In bodengestützten Systemen ist die Rückwärtsverbindung ein einzelner Hop; in Satellitensystemen besteht sie aus zwei separaten Segmenten, die als ein logischer Kanal koordiniert werden müssen.
In terrestrischen Mobilfunknetzen arbeitet die Rückwärtsverbindung auf einer speziellen Frequenz oder Frequenzbandgruppe, die für den Uplink-Verkehr reserviert ist. Der mobile Sender nutzt üblicherweise niedrigere Leistung als die Basisstation, von wenigen hundert Milliwatt bei Mobiltelefonen bis zu mehreren Watt bei Feldgeräten. Die Basisstation muss empfindlich genug sein, um diese schwächeren Signale über Entfernung zu erfassen, üblicherweise mit Richtantennen und rauscharmen Empfängern, die für optimale Netzabdeckung positioniert sind.
Satelliten- und Hybridsysteme
Wenn ein Kommunikationssatellit den Verkehr weiterleitet, teilt sich die Rückwärtsverbindung in zwei Stufen auf: Uplink von der Mobilstation zum Satelliten (üblicherweise im S-Band, Ku-Band oder Ka-Band) und dann Downlink vom Satelliten zur Bodenbasisstation (oft auf anderer Frequenz). Der Satellit muss ausreichende Empfindlichkeit und Verarbeitungsfähigkeit haben, um das Uplink-Signal zu empfangen, es meist zu verstärken und umzusetzen, bevor es im Downlink erneut gesendet wird. Timing, Leistungsregelung und Frequenzkoordination zwischen diesen beiden Segmenten beeinflussen die Verbindungsqualität und Netzwerkzuverlässigkeit direkt.
Die Leistung der Rückwärtsverbindung wird durch mehrere Faktoren begrenzt. Die Pfaddämpfung nimmt mit Entfernung und Frequenz zu; atmosphärische Absorption und Regenfading beeinträchtigen Satelliten-Uplinks erheblich. Das Leistungsbudget des mobilen Senders ist knapp, besonders bei batteriebetriebenen Geräten, daher ist Modulationseffizienz wichtig. Störungen von anderen Mobilstationen, die die gleiche Frequenz oder das gleiche Band nutzen, können das Signal-Rausch-Verhältnis am Basisempfänger verschlechtern. Doppler-Verschiebung, bedeutsam für luftgestützte oder satellitengestützte Mobilgeräte, kann Signale außerhalb der Empfängerpassband verschieben, wenn keine Korrektur erfolgt.
Der Begriff Rückwärts stammt aus Vollduplex-Funksystemen, wo Vorwärts und Rückwärts einfach die zwei Richtungen eines Gesprächs darstellten. Die Bezeichnung wird in modernen Mobil-, See- und Flugfunknetzen beibehalten, obwohl beide Strecken typischerweise gleichzeitig aktiv sind statt sich abzuwechseln. Das Verständnis der Grenzen der Rückwärtsverbindung ist wesentlich beim Entwurf der Netzabdeckung, beim Festlegen von Leistungsklassen für Handgeräte und bei der Planung von Frequenzzuteilungen in überlasteten Frequenzbändern.