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Drucktechnik

Umkehrdruck

Englisch: reverse out

Mit umgekehrten Farben drucken, also Schwarz für Weiß und umgekehrt

Umkehrdruck: Vertauschung von Druckfarbe und Papier

Umkehrdruck bedeutet, die Helligkeitsbeziehung zwischen Farbe und Bedruckstoff umzukehren. Typischerweise wird dabei eine helle Farbe gedruckt oder das weiße Papier dort gelassen, wo normalerweise dunkle Farbe säße, und dunkle Farbe dort aufgetragen, wo normalerweise hell erscheinen würde. Der Begriff beschreibt meistens das Drucken von weißem oder hellem Text und Grafiken auf dunklem Hintergrund, kann aber auf jede bewusste Umkehrung des erwarteten Farb-zu-Papier-Kontrastes zutreffen.

Die Technik erfordert sorgfältige planerische Vorbereitung. Bei Offsetdruckmaschinen bedeutet Umkehrdruck meist, erst eine Vollfarbe zu drucken und dann entweder Bereiche unbedruckt zu lassen, damit der Bedruckstoff durchscheint, oder eine hellere Farbe darüber zu drucken. Die einfachste Methode ist, eine dunkle Fläche zu drucken und die Buchstabenformen oder Bildformen auszusparen (als Weiß stehen zu lassen). Bei Farbdruck erfordert der Umkehrdruck präzise Plattenvorbereitung und Registergenauigkeit, da Abweichungen sofort sichtbar werden, wenn helle Formen auf dunklen Feldern sitzen.

Praktische Grenzen und Einrichtung

Umgekehrter Text hat echte Lesarkeitsgrenzen. Dünne Serifen verschwinden bei kleinen Schriftgraden, und Rasterpunkte in umgekehrten Bereichen neigen dazu, zu verstopfen oder zuzulaufen, besonders in den Mitteltönen. Der Schriftgrad muss typischerweise um 10 bis 20 Prozent größer sein als bei normalem (positivem) Text. Die Papierwahl ist entscheidend: stark saugfähiger Bedruckstoff kann zu Farbverlauf führen, der die umgekehrten Formen verbreitert; gestrichenes Papier bewahrt die Schärfe besser. Die Dichte der Hintergrundfarbe beeinflusst die wahrgenommene Gewichtung des umgekehrten Elements, daher wirkt weißer Text auf dunklerem Hintergrund leichter als derselbe Text, der von einem mittelhellen Feld aus umgekehrt wird.

Bei Digitaldruck und Siebdruck ist der Arbeitsablauf flexibler. Digitalsysteme trennen die umgekehrten Elemente bei der Rasterung in eine Ausparschicht auf. Siebdruck verlangt nur, dass die Schablone geschnitten oder die Fotoemulsion belichtet wird, um die umgekehrten Formen zu definieren, während der Bedruckstoff durch die nichtdruckenden Bereiche durchscheint.

Der Begriff stammt aus dem manuellen Schriftsetzen und der Letterpress-Technik, wo Umkehrdruck bedeutete, Type oder Druckmaterial physisch zu entfernen, um weiße Flächen vor einem gefärbten Untergrund zu schaffen. Die Logik ging auf die Offsetlithografie über, wo sie die fotografische Umkehrung der Bildpolarität auf der Druckplatte beschreibt. In heutiger Verwendung bezeichnet es einfach jede invertierte Kontrastbeziehung im fertigen Druck.

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