Rigaree
Englisch: rigaree
Parallel verlaufende Rillen auf einem erhöhten Band, Riss oder Kragen, hergestellt mit einem gerillten Metallrad.
Rigaree: dekorative parallele Rillen auf Glas, erzeugt durch ein gerilltes Rad
Eine Rigaree ist eine Reihe feiner paralleler Rillen, die in die Glasoberfläche geschnitten werden, üblicherweise über ein erhöhtes Band, einen Hals oder einen Tropfen (ein verdickter aufgeschmolzener Glasring) verlaufend. Die Rillen entstehen durch das Abrollen eines Metallrades mit Rippen oder Flutungen entlang der Kante gegen das warme Glas, wobei ein regelmäßiges Muster von Vertiefungen hinterlassen wird, das Licht bricht und einer ansonsten glatten Oberfläche visuell Struktur verleiht.
Das gerillte Rad zur Herstellung einer Rigaree hat Zähne oder Flutungen, die parallel zu seinem Umfang verlaufen. Während das Rad rotiert und über das Glas wandert, drückt jede Rippe gleichzeitig in die Oberfläche, wodurch gleichmäßig verteilte Rillen in einem Durchgang entstehen. Abstände und Tiefe der Rillen hängen von der Teilung der Radrippen und dem aufgebrachten Druck ab. Diese Methode funktioniert am besten auf erhöhten Elementen, wo das Rad ohne Kippen oder Blockieren flach gegen das Glas sitzt.
Häufige Positionen und Varianten
Rigarees finden sich am häufigsten auf Halskragen von Karaffen, auf Rändern von Trinkgläsern oder auf Bändern an Schüsseln und Gefäßen. Da sie auf erhöhten oder vertikalen Flächen sitzen, sind sie aus mehreren Blickwinkeln sichtbar und erfüllen sowohl funktionale als auch ästhetische Zwecke. Das Rillenmuster erzeugt eine subtile visuelle Unterbrechung, die die Grenze zwischen dekorativer und funktionaler Zone des Objekts definiert. Bei manchen Arbeiten werden doppelte oder dreifache parallele Rigarees aufgebracht, um komplexere Bänderungen zu schaffen.
Das Rad muss die richtige Temperatur haben und das Glas muss im richtigen thermischen Zustand sein, warm genug, um den Abdruck ohne Bruch anzunehmen, aber nicht so heiß, dass die Rillen verschwimmen oder zusammenfallen. Schlechte Technik führt zu unvollständigen Rillen, Sprüngen oder ungleichmäßiger Abstände. Der Begriff stammt vom französischen rigaré ab, was gerillt oder gefurcht bedeutet, und wird in der europäischen Glaserzeugung seit Jahrhunderten zur Beschreibung dieser speziellen dekorativen Technik verwendet.
Rigarees erscheinen sowohl auf handgeblasenem als auch auf formgeblasenem Glas, von einfachen Gebrauchsstücken bis zu hochwertiger Tafelware. Die Industriefertigung nutzt halbautomatische Räder, die auf festen Armen montiert sind und beim Durchlaufen des Glases herabfahren. Die Technik bleibt in ihrem Grundprinzip nahezu unverändert, wobei moderne Ausrüstung allerdings bessere Konsistenz und Wiederholbarkeit bietet als Handanwendungsmethoden.