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Drucktechnik

Antiqua

Englisch: Roman

Ein einzelner Buchstabe oder ein Zeichen in Antiquaschrift.

Antiqua: aufrechte Schrift, die weder kursiv noch fett ist

In der Bleisatzerei und digitalen Typografie ist eine Antiqua jede Schrift in der Standard-Aufrechten Form einer Schriftfamilie, im Gegensatz zu ihrer kursiven oder geneigten Variante. Der Begriff bezieht sich auf einzelne Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen und Leerzeichen innerhalb einer Antiqua-Schriftfamilie. Wenn ein Drucker oder Setzer von "Antiqua setzen" spricht, meint er die Verwendung der regulären, nicht geneigten Version der Schrift.

Der Name stammt von den frühesten europäischen Schriften, die die aufrechten Letterformen klassischer römischer Inschriften und Handschriften nachahmten, anstelle der fließenden, verbundenen Skripte der Handschrift oder der geneigten humanistischen Schriften, die in der Renaissance in Italien populär waren. Gutenbergs erste Schriften waren Antiqua-Stil. Als im 15. Jahrhundert kursive Schriften als schnellere und kompaktere Alternative für Fließtext entstanden, brauchten Drucker ein Wort, um den älteren aufrechten Stil zu unterscheiden, und "Antiqua" blieb bestehen.

In Bleilettern sitzt eine Antiqua-Schrift typischerweise etwas kräftiger und kompakter auf dem Buchstabenblock als ihre kursive Entsprechung, was engere Zeilenabstände und dichtere Sätze ermöglicht. Eine Schriftfamilie umfasst normalerweise Antiqua, Kursiv, Fett Antiqua und Fett Kursiv, jeweils als separate Schrift mit eigenen Matrizen und Gießformen. Bei der Handsatzmontage bedeutete ein Wechsel von Antiqua zu Kursiv das physische Austauschen der Schriften innerhalb einer Zeile, eine häufige Aufgabe zur Markierung von Hervorhebungen oder beim Setzen fremdsprachiger Wörter.

Antiqua-Text liest sich langsamer als Kursiv, trägt aber mehr Autorität und Klarheit auf der Seite. Lange Bücher, technische Handbücher und juristische Dokumente setzen normalerweise den Fließtext in Antiqua und reservieren Kursiv für Überschriften, Hervorhebungen oder spezialisierte Notationen. In digitalen Schriften heute bleibt die Unterscheidung strukturell: Antiqua ist Gewicht und Neigung der Basis, während Kursiv und Fett als stilistische Varianten definiert sind.

Der Begriff besteht fort, auch wenn die metallischen und mechanischen Aspekte verschwunden sind. Ein Gestalter, der in Adobe InDesign arbeitet, gibt immer noch "Antiqua" an, wenn er den Standard-Aufrechten-Stil einer Schrift wählt, und die Architektur von Schriftfamilien spiegelt immer noch die jahrhundertealte Hierarchie wider: Antiqua als Grundlage, mit Kursiv, Fett und Kombinationen, die sich davon ableiten.

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