Drehschalter
Englisch: rotary switch
Ein Schalter, der durch Drehen eines Knopfes betätigt wird.
Drehschalter: manueller Wahlschalter mit drehbarem Knopf für verschiedene Positionen
Ein Drehschalter ist ein manuelles Steuerelement, das eine rotierende Welle und einen Knopf nutzt, um elektrische Kontakte über feste Positionen zu bewegen. Jede Position auf der Skala verbindet verschiedene Stromkreispfade miteinander, wodurch der Schalter als Mehrfachwahlschalter statt als einfaches Ein-Aus-Gerät funktioniert. Der Knopf kann je nach Ausführung in eine oder beide Richtungen gedreht werden, und die Kontakte im Inneren bewegen sich mechanisch, um bei vorgegebenen Winkeln Verbindungen zu unterbrechen und herzustellen.
Drehschalter gibt es in zwei Haupttypen: unterbrechend und überbrückend. Unterbrechende Ausführungen trennen den alten Kontakt, bevor sie den neuen herstellen, wodurch eine momentane Verbindung zwischen zwei Positionen verhindert wird. Überbrückende Schalter (auch Make-before-Break genannt) verbinden Positionen beim Drehen miteinander, was in Schaltkreisen wichtig ist, in denen eine ständige Verbindung erforderlich ist. Die Anzahl der Positionen reicht von zwei oder drei bei einfachen Anwendungen bis zu zwölf oder mehr bei komplexen Wahlschaltern. Häufige Varianten sind Waferschalter mit gestapelten Kontaktschichten, Nockenschalter mit geformten Folgegliedern und Schrittschalter mit Rastpositionen, die einrasten.
Drehschalter finden sich in Bandwahlern an Funkgeräten, Spannungsbereichswahlern an Messinstrumenten, Funktionsschaltern an Multimetern und Moduswahlern an älteren Geräten. Industrielle Schaltschränke nutzen sie häufig zur Auswahl verschiedener Betriebsarten oder Ablauffolgen. Die Kontaktanordnung wird mit einer Pol-Wurf-Notation beschrieben: Ein Zweipoligen-Sechswurf-Schalter (2P6T) hat zwei unabhängige Kontaktsätze, von denen jeder sechs verschiedene Pfade ansteuern kann.
Ausfallarten und Wartungsanforderungen
Kontaktverschleiß ist der häufigste Ausfallmechanismus. Nach Tausenden von Schaltzyklen nutzt sich die Edelmetallbeschichtung der Kontakte ab, was zu erhöhtem Kontaktwiderstand und schließlich zu offenen Stromkreisen führt. Korrosion tritt auf, wenn Feuchtigkeit in den Schalter eindringt, besonders in feuchten oder maritimen Umgebungen. Der mechanische Rastmechanismus kann im Laufe der Zeit schwächer werden und der Knopf rutscht zwischen den Positionen. Wenn Sie einen defekten Drehschalter austauschen müssen, müssen die Pol-Wurf-Bewertung und der mechanische Abstand genau übereinstimmen, und Sie müssen überprüfen, dass die Drehstrecke und die Rastpositionen mit dem Schaltkreis-Timing abgestimmt sind.Der Begriff Drehschalter unterscheidet diesen Typ von Kippschaltern, Schiebeschaltern und Drucktastern. Der Name ist wörtlich gemeint: Der Schalter wird durch Drehung betätigt. Drehschalter sind in der Verbrauchselektronik durch Dreh-Encoder (die digitale Impulse senden) und Membrantastaturen verdrängt worden, bleiben aber in der Industriesteuerung, der Funkabstimmung und in allen Anwendungen Standard, in denen ein tastbarer, mechanischer Wahlschalter ohne Stromversorgung bevorzugt wird. Ihre in sich geschlossene mechanische Wirkungsweise macht sie zuverlässig auch in rauen elektrischen Umgebungen, in denen Halbleiterwahlschalter ausfallen könnten.