SpracheEnglishDeutsch
Forst und Holz

Umtriebszeit

Englisch: rotation time

Der Zeitraum zwischen zwei aufeinanderfolgenden Kahlschlägen oder Erntevorgängen in einem Waldbestand.

Umtriebszeit: der Ernteturnus eines Waldbestands

Die Umtriebszeit ist der Zeitraum zwischen einer vollständigen Holzernte aus einem Waldbestand und der nächsten. Sie misst die Spanne, in der eine neue Baumgeneration von Sämlingen oder Stockausschlag bis zur Hiebsreife heranwächst. In der bewirtschafteten Forstwirtschaft liegt dieser Zeitraum üblicherweise bei 40 bis 80 Jahren für Nadelholzarten wie Fichte und Kiefer und bei 80 bis 120 Jahren oder mehr für Laubhölzer wie Eiche und Buche, abhängig von der Standortsgüte, dem Klima und dem angestrebten Baumduchmesser.

Die Länge der Umtriebszeit wird durch Biologie und Wirtschaftlichkeit bestimmt. Förster wählen die Umtriebszeit, indem sie berechnen, wann der Bestand kommerzielle Reife erreicht, also die Bäume einen ausreichenden Durchmesser und ein ausreichendes Volumen haben, um die Kosten für Ernte und Verarbeitung zu rechtfertigen. Ein kurzer Umtrieb von 30 bis 40 Jahren eignet sich für die Zellstoffholzproduktion, bei der die Faserlänge weniger wichtig ist als der Ertrag; ein langer Umtrieb von über 100 Jahren eignet sich für die Schnittholzproduktion, bei der großes, fehlerfreies Holz Spitzenpreise erzielt. Die Entscheidung spiegelt auch den Bodenzins, die Diskontrate und erwartete künftige Holzpreise wider.

Die Umtriebszeit hängt unmittelbar mit der waldbaulichen Methode zusammen. Kahlschlagverfahren beruhen auf einem einzigen, definierten Umtrieb, nach dem der gesamte Bestand entnommen und die Fläche wiederbestockt wird. Plenterwirtschaft arbeitet dagegen kontinuierlich statt in Umtrieben, mit einzelnen Bäumen, die geerntet werden, sobald sie die Zielgröße erreichen. Gleichaltrige Wirtschaft, die auf einen festen Umtrieb angewiesen ist, ermöglicht eine planbare Ernte und Wiederaufforstung; ungleichaltrige Wirtschaft erfordert längerfristige Bestandskontrolle, vermeidet aber die Landschafts- und Ökologiestörungen von großflächigen Kahlschlägen.

Die Umtriebszeit variiert je nach Baumart, Höhenlage, Bodentyp und Niederschlag. Ein Fichtenbestand auf reichem Flachland erreicht kommerzielle Größe möglicherweise in 50 Jahren; dieselbe Art in 400 Meter Höhe auf schlechtem Boden könnte 70 Jahre benötigen. Marktbedingungen verändern auch die Umtriebspraxis: Starke Nachfrage nach großen Stämmen kann rechtfertigen, den Umtrieb über die biologische Reife hinauszuverlängern, während Zellstoffholzmangel frühe Ernten auslösen kann. Der Klimawandel zwingt Förster, Umtriebe neu zu bewerten, da schnelleres Wachstum in manchen Regionen gegen erhöhtes Schädlings- und Dürrerisiko antreten muss.

In der Praxis bestimmt die Umtriebszeit den Rhythmus ganzer Forstbetriebe: Wiederaufforstungspläne, Gerätetechnikanlage, Personalplanung und Finanzflussplanung hängen alle davon ab, wann Ernten stattfinden. Förster erfassen die Umtriebszeit als Teil der Bestandsinventur. Wird die Umtriebszeit falsch bemessen, entweder zu kurz, wodurch Bäume unter Zielgröße bleiben, oder zu lang, was Sturm- oder Schädlingsverluste riskiert, leiden die Erträge. Der Begriff wird auch Umtriebslänge genannt, wobei Umtriebszeit manchmal auch speziell die Jahre seit der letzten Ernte statt der geplanten Gesamtspanne bezeichnet.

Mehr aus Forestry and timber

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.