Textumfluss
Englisch: runaround
Ein Satzbereich, der schmaler ist als die Spalte, in der er liegt, und normalerweise neben einer Abbildung angeordnet ist.
Runaround: Text, der um ein Hindernis herumfließt
Ein Runaround ist ein Textabschnitt, der auf eine schmalere Satzbreite als die Standardkolonnenbreite gesetzt wird, wodurch die Zeilen um eine Abbildung, ein Foto oder ein anderes Nicht-Text-Element fließen, das innerhalb der Kolonne positioniert ist. Der Text fließt buchstäblich um das Hindernis herum, statt durch es unterbrochen zu werden. Bei Bleisatz und frühem Fotosatz erforderte dies manuelle Berechnung der Zeilenlängen und sorgfältige Platzierung; digitales Layout macht es alltäglich, aber der Begriff bleibt bestehen.
Das Hindernis sitzt als Einschub innerhalb des Kolonnenblatts. Text auf der linken Seite des Bildes fließt in einem Maß; Text auf der rechten Seite fließt in einem anderen Maß; Text darüber und darunter kann zur vollen Kolonnenbreite zurückkehren. Die Breite jedes Runaround-Abschnitts wird durch die Breite der Abbildung plus den gewünschten Abstand (normalerweise 1 bis 3 Picas Luft) und die Kolonnenbreite selbst bestimmt. Wenn die Kolonne 20 Picas breit ist und das Bild 8 Picas breit mit je 0,5 Pica Abstand auf jeder Seite ist, wird die Runaround-Satzbreite zu 11 Picas.
Technische Einschränkungen und häufige Probleme
Runarounds schaffen Herausforderungen bei der Grundlinienausrichtung. Sitzt das Bild nicht bündig an der Oberseite eines Textblocks, kann der Text daneben auf einer anderen Grundlinie beginnen als der reguläre Text oben, was zu einer rauen vertikalen Ausrichtung führt. Der Zeilenabstand muss über den regulären und umfließenden Text hinweg konsistent sein. In HTML und CSS erreichen floated Elements diesen Effekt; beim traditionellen Satz musste der Setzer von Hand Slugs mit unterschiedlichen Zeilenzahlen zusammenstellen.
Kurze Zeilen um Bilder können zu ungünstigen Umbrüchen, Waisenzeilen und Trennungsproblemen führen. Ein schmales Runaround-Maß (weniger als 30 Zeichen pro Zeile) beeinträchtigt die Lesbarkeit und erhöht die Häufigkeit von Trennungen. Tiefe Bilder, die weit die Kolonne hinuntergehen, zwingen viele Zeilen in das schmale Maß, was das Problem verschärft. Die Seitenmontage erfordert oft eine Anpassung der Bildtiefe, des Textflusses oder der Kolonnenstruktur, um diese Fallstricke zu vermeiden.
Der Begriff Runaround selbst spiegelt das buchstäbliche Verhalten der Type wider: Sie läuft um das Hindernis herum. Das unterscheidet sich von einem Cutout, bei dem ein Bild ein Loch völlig aus dem Textbereich schneidet (oft für Porträts verwendet), oder von Randnoten, bei denen Text in einer separaten, schmaleren Kolonne neben dem Haupttext gesetzt wird. Runarounds bleiben ein Grundpfeiler des Magazin-, Zeitungs- und Buchdesigns überall dort, wo Bilder eng mit fließendem Text integriert werden müssen.