Diesel-Durchgänger
Englisch: runaway diesel
Ein Dieselmotor, der unkontrollierbar ist, weil durch ein Leck angesaugte Kraftstoff die Drehzahl immer weiter erhöht, bis zur Zerstörung des Motors, wenn nicht eingegriffen wird.
Dieselmotor außer Kontrolle: Selbstzerstörung durch Kraftstoffleck
Ein Dieselmotor läuft durch, wenn er Kraftstoff aus einer anderen Quelle als dem Einspritzsystem ansaugt, typischerweise durch ein Luftansaugleck. Da der Regler den Kraftstofffluss aus einer externen Quelle nicht regeln kann, steigt die Drehzahl unkontrolliert, bis ein mechanischer Defekt oder der Bediener das stoppt. Im Gegensatz zu Benzinmotoren, die durch die Drosselklappenstellung den Kraftstoff dosieren, spritzen Dieselmotoren eine feste Kraftstoffmenge pro Arbeitstakt basierend auf Last und Drehzahl ein. Wenn nicht geregelter Kraftstoff durch einen gerissenen Saugkrümmer, einen zerrissenen Schlauch oder eine lockere Verbindung in die Brennkammer gelangt, verbraucht der Motor ihn trotzdem, erzeugt mehr Leistung und höhere Drehzahl, was wiederum mehr Saugluft-Kraftstoff anzieht und eine positive Rückkopplung entsteht.
Häufige Quellen für Durchgehen sind gerissene oder gespaltene Saugkrümmer, beschädigte Turbolader-Dichtungen, die Öl lecken (das im Diesel wie Kraftstoff brennt), verschlissene Unterdruckschläuche und lockere Verbindungen in den Saugluftrohren. Ältere Fahrzeuge mit abgelaufenen Dichtungen sind besonders gefährdet. Das Phänomen eskaliert schnell: Ein Motor kann in Sekunden von Leerlauf auf Übergeschwindigkeit hochfahren. Mechanische Schäden entstehen rasch: Der Motor läuft über seine rote Linie hinaus, Pleuelstangen-Schraubenbolzen dehnen sich und reißen, Pleuelstangen durchschlagen den Motorblock, oder die Kurbelwelle bricht einfach.
Ein durchgehender Dieselmotor stoppen
Das herkömmliche Gaspedal und die Kraftstoffabsperrung werden unbrauchbar, da der Regler keine Möglichkeit sieht, die Kraftstoffzufuhr zu unterbrechen. Der Fahrer muss entweder die Luftansaugung durch physisches Blockieren unterbrechen (die Ansaugöffnung mit Tuch oder der Hand abdecken, was allerdings gefährlich ist) oder den Motor-Notschalter betätigen, falls vorhanden. Moderne Dieselmotoren haben oft Saugluft-Absperrmagnetventile oder mechanische Absperrventile, die das Durchgehen durch Starvation stoppen. Schwere Maschinen und Industrie-Diesel haben diese normalerweise als Standardsicherheitsmerkmale; leichte Pickup-Trucks oft nicht.
Durchgehen sind am häufigsten bei älteren aufgeladenen Dieseln und bei Fahrzeugen, die schlecht gewartet oder mit Tuning-Modifikationen versehen sind. Ein Turbolader-Dichtungsausfall ist besonders tückisch, da das leckte Öl in der Ansaugluft geruchlos und farblos ist, was die Diagnose erschwert, bis das Durchgehen passiert. Die Vorbeugung beruht auf regelmäßiger Kontrolle der Ansaugbauteile, sofortige Reparatur von Luftlecks und guter Pflege der Turbolader-Dichtungen.
Der Begriff spiegelt den Verlust der Kontrolle durch den Bediener wider; der Motor läuft buchstäblich dem sicheren Betrieb davon. In Industrieanwendungen wird das Risiko ernst genug genommen, dass viele dieselgetriebene Maschinen redundante Sicherheits-Abschaltsysteme haben. Für Fahrzeugeigentümer und Techniker ist ein Diesel-Durchgehen ein seltenes, aber katastrophales Versagen, das unterstreicht, warum jedes Luftleck auf der Ansaugseite eines Diesel sofort repariert werden sollte.