Sanderanlage
Englisch: sanding gear
Ausrüstung zum Aufbringen von Sand auf Schienen, um die Bodenhaftung unter rutschigen Bedingungen zu verbessern
Sandsystem: die Körnungsspeiseanlage, die Räder zum Greifen bringt
Das Sandsystem ist die mechanische Anlage, die feinen Sand oder ähnliches Körnungsmaterial auf Lokomotiv- und Schienenfahrzeugräder aufbringt, besonders an der Rad-Schiene-Kontaktfläche bei feuchtem, eisigem oder schmierigem Gleis. Die Ausrüstung sitzt auf dem Lokomotivrahmen montiert, mit Behältern, Speisemechanismen und Ausblasedüsen, die das Material auf den Schienenkopf vor dem Rad leiten und dort eine vorübergehende Bodenhaftung schaffen, wo die Adhäsion sonst fehlen würde.
Die meisten Sandsysteme nutzen Druckluft, um Sand aus einem beheizten Behälter durch flexible Rohre zu Düsen an den vorderen Raddrehgestellen zu drücken. Der Sand ist normalerweise auf 0,1 bis 0,5 Millimeter ausgesiebt und schafft eine Haftungsschicht, die den Reibungskoeffizienten zwischen Rad und Schiene von etwa 0,05 auf nassem oder eisigem Stahl auf etwa 0,25 oder besser erhöht. Ohne ihn kann eine Lokomotive die Schiene nicht fest genug greifen, um das Antriebsdrehmoment oder die Bremskraft zu übertragen, besonders beim Anfahren, beim Bergfahren oder beim Notbremsen.
Der Begriff stammt direkt aus der Funktion: Schleif- oder Körnungsmaterial, das über einen Mechanismus aufgebracht wird. Bei älterer Verwendung hieß die Ausrüstung selbst Sandkasten, der Behälter, in dem der Sand gelagert wurde. Mit der Zeit kam "Sandsystem" dazu, die ganze Arbeitsanlage zu beschreiben, einschließlich Ventile, Regler, Rohre und Düsen, die zusammen das Aufbringungssystem bilden.
Lokführer steuern die Sandaufbringung über einen Hebel, Schieber oder Schalter in der Führerstelle und können die Menge und Dauer der Aufbringung verändern. Sand verunreinigt mit der Zeit die Schienenfläche und Radlaufflächen, daher wird Sand nicht ständig, sondern gezielt bei Gefällestrecken, ungünstigen Witterungsbedingungen oder schlechten Adhäsionsverhältnissen eingesetzt. Wird der Sand im Behälter feucht, verklebt er und verstopft die Lieferrohre, wodurch das System genau dann unbrauchbar wird, wenn es am meisten gebraucht wird.
Moderne elektrische und hydraulische Lokomotiven führen immer noch Sandsysteme mit sich, manche arbeiten mit Zylindern, Sandtrocknern oder verbesserten Düsenenanordnungen, um die Verstopfungsprobleme älterer Systeme zu beheben. Güter- und Personenverkehr sind gleichermaßen auf funktionsfähige Sandsysteme angewiesen; Bremsenfading oder Radschlupf ohne Sandsystem können die Bremsstrecke gefährlich verlängern oder eine schwere Lokomotive auf steilen, nassen Gleisen am Anfahren hindern. Die Ausrüstung ist einfach, mechanisch und für sicheren Schienenverkehr bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen kritisch.