Schärpe
Englisch: sash
Ein Stoff, der um die Taille getragen ist
Schärpe: ein Stoffgürtel, der locker hängt oder an der Taille gebunden wird
Eine Schärpe ist ein Stoffstreifen, typischerweise zwischen 10 und 30 cm breit, der um die Taille oder Hüfte als Kleidungsteil getragen wird. Im Gegensatz zu einem Gürtel ist eine Schärpe nicht starr und benötigt keine Schnallen oder Verschlüsse; stattdessen fällt sie natürlich um den Körper und kann gebunden, gewickelt oder einfach mit losen Enden hängend getragen werden. Die Ausführung reicht von einem einfachen rechteckigen Zuschnitt aus schlichtem Leinenstoff bis zu aufwendigen Stücken mit dekorativen Säumen, Quasten, Stickereien oder eingewebten Zierstreifen.
In der Textilproduktion werden Schärpen als Fertigwaren aus verschiedenen Fasermischungen hergestellt. Baumwoll- und Leinenschärpen sind üblich für Alltagskleidung, während Seide oder Seidenmischungen im formellen und zeremoniellem Kontext Standard sind. Der Stoff wird typischerweise mit erhaltenen Webkanten vom Stück geschnitten oder die Seitenkanten werden gesäumt. Fertige Schärpen haben üblicherweise eine Länge von 150 bis 180 cm, wobei dekorative Schärpen kürzer ausfallen können. Das Gewicht des Stoffes beeinflusst, wie die Schärpe fällt und drapiert; leichtere Stoffe erzeugen weichere, fließendere Falten, während schwerere Materialien definierte Falten und Formen besser bewahren.
Schärpen kommen in vielen Kleidungskategorien vor. Der Obi ist die traditionelle Schärpe, die mit dem japanischen Kimono getragen wird und aus einem einzigen Stück versteiftem Stoff besteht, das besondere Falt- und Bindetechniken erfordert. In der westlichen Formalbekleidung werden Schärpen aus Borte oder Taft um die Taille oder über eine Schulter getragen, oft in bestimmten Farben, um Rang, Zugehörigkeit oder zeremonielle Rolle anzuzeigen. Batik- und Jacquardwebtechniken werden häufig verwendet, um Oberflächenmuster auf Schärpen für ethnische oder traditionelle Kleidung zu schaffen.
Qualitätsmängel in der Schärpenproduktion betreffen typischerweise ungleichmäßiges Färben, das sich als Farbverlauf über die Länge zeigt; Ausfransen an den Schnittkanten vor dem Säumen; oder Kräuselung nach dem Säumen, was auf Spannungsprobleme in der Nähetappe hindeutet. Die Webkante auf beiden Seiten muss korrekt behandelt werden, um zu verhindern, dass sie den Stoff verzieht und das rechteckige Profil der Schärpe beim Fertigstellen verformt.
Der Begriff "Schärpe" stammt vom arabischen "Schash", was Musselin oder feiner Stoff bedeutet, und kam im 17. Jahrhundert durch Handelswege in das englische Textilvokabular. Sie unterscheidet sich von einem Gürtel dadurch, dass sie rein dekorativ oder funktional durch Drapierung wirkt, und von einem Band oder einer Borte dadurch, dass sie ein komplettes Kleidungsteil ist und nicht nur eine aufgenähte Besatzung.