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Textiltechnik

ADL

Abkürzung für Acquisition and Distribution Layer, die trocken bleibende Schicht einer Windel oder Damenhygieneartikel, die Flüssigkeit, besonders Urin oder Menstruationsflüssigkeit, von der Oberseite zum innersten Absorptionskern leitet.

ADL: die Geschwindigkeitsschicht zwischen Oberfläche und Absorptionskern

Die Akquisitions- und Verteilungsschicht sitzt unmittelbar unter dem Topsheet von Hygieneprodukten und liegt zwischen der hautberührenden Oberfläche und dem Hauptabsorptionskern. Ihre Aufgabe ist es, Flüssigkeit so schnell wie möglich vom Topsheet wegzutransportieren, um Flüssigkeitsansammlungen, Rückbenetzung und das Gefühl von Nässe zu vermeiden. Ohne eine funktionsfähige ADL sammelt sich die Flüssigkeit auf oder in der Nähe der Hautoberfläche an, wodurch das Trockenheitsgefühl sinkt und Bakterienwachstum begünstigt wird.

ADLs werden typischerweise aus Vliesstoffen mit hoher kapillarer Saugfähigkeit und lateraler Dochtwirkung hergestellt. Gängige Materialien sind thermisch gebundene Polypropylen- oder Polyestermischungen, oft kombiniert mit Superabsorber-Polymeren (SAP), die direkt ins Vlies eingebettet sind. Flächengewichte liegen je nach Produkttyp und erwarteter Flüssigkeitsmenge zwischen 40 und 120 g/m². Die Faserstruktur nutzt niedrigdichte Bereiche und gekräuselte Fasern, um gewundene Pfade zu schaffen, die Flüssigkeit horizontal über die Schicht transportieren und gleichzeitig den vertikalen Fluss zum Kern aufrechterhalten.

Die Leistung wird anhand mehrerer Kennzahlen gemessen. Akquisitionsgeschwindigkeitstests zeigen, wie schnell die Schicht ein festes Flüssigkeitsvolumen vom Topsheet aufzieht; Konkurrenzprodukte zielen auf 10 bis 60 Sekunden für eine Standard-2-mL-Dosis ab. Verteilungseffizienz misst, wie gleichmäßig sich Flüssigkeit im Kernbereich ausbreitet; schlechte Verteilung erzeugt trockene Stellen und konzentrierte Sättigungszonen, die vorzeitig ausfallen. Rückbenetzungstests bestimmen, wie viel Flüssigkeit nach der ersten Absorption zurück zur Haut wandert, ein kritisches Ausfallrisiko bei Hochleistungsprodukten.

Das ADL-Design variiert je nach Produktkategorie. Damenhygieneartikel für starke Blutung verwenden dickere, robustere ADLs mit höherem SAP-Anteil, um kontinuierliche Flüssigkeitsabgabe zu bewältigen. Windeln legen den Fokus auf Akquisitionsgeschwindigkeit statt Verteilung, da Flüssigkeit in Bolus-Portionen anstatt kontinuierlich anfällt. Inkontinenzprodukte balancieren beide, da sie variable Flüssigkeitsmengen und längere Tragezeiten bewältigen müssen. Einige Premium-Produkte nutzen zweischichtige ADL-Systeme oder integrieren hydrophobe Elemente, um Rücklecks zu verhindern.

Die ADL entwickelte sich in den 1980er Jahren zu einer eigenständigen Komponente, als die Leistungsstandards für Windeln verschärft wurden und Hersteller weniger voluminöse Absorptionskerne anstrebten, während gleichzeitig das Trockenheitsgefühl verbessert werden sollte. Sie markiert die Grenze zwischen verbraucherorientierter Komforttechnik (Topsheet und ADL) und funktionaler Absorptionswissenschaft (Kern und Backsheet). Die Fehleranalyse von Feldreklamationen führt oft auf ADL-Verschiebung, Ablösung vom Kern oder Sättigung der Polymerteilchen zurück, was signalisiert, dass das Produkt seine konstruierte Nasskapazität überschritten hat.

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