SpracheEnglishDeutsch
Drucktechnik

fleckig

Englisch: scabby

adjectiveDrucktechnik

Mit fleckigem, ungleichmäßigem Aussehen.

Schorf: Oberflächenfehler, die die Druckqualität ruinieren

Ein schorfiger Druck zeigt flächige, ungleichmäßige Farb- oder Belagverteilung auf dem Bogen mit harten Stellen, dünnen Partien oder unregelmäßiger Farbhaftung. Im Offset- und Flexodruck fällt solche Arbeit durch die Kontrolle, weil die Oberfläche krank wirkt statt sauber und gleichmäßig. Der Begriff beschreibt das optische Ergebnis, nicht die Ursache. Die Diagnose erfordert daher Verständnis dafür, was vorgelagert schiefgelaufen ist.

Schorfbildung tritt im Offsetdruck am häufigsten auf, wenn das Farb-Wasser-Gleichgewicht aus dem Ruder läuft. Zu viel Wasser emulgiert die Farbe; zu wenig führt dazu, dass Farbe auf den Walzen verkrustet und aufbaut, dann ungleichmäßig auf die Platte überträgt. In der Presse brechen diese harten Ablagerungen los und hinterlassen Belagslücken. Im Flexodruck erzeugen getrocknete Farbe oder Latexaufbau auf der Aniloxwalze dieselbe flächige Übertragung. Schlechter Gummituchzustand, verschlissene Feuchtwerke und kontaminierte Feuchtmittel fördern das Problem.

Erkennung und Ursachen

Schorfige Bögen zeigen deutliche helle Stellen, umgeben von normaler oder starker Farbgebung. Anders als Hickies (Partikel auf dem Gummituch) oder Mottle (ungleichmäßiger Farbfluss) treten Schorfmängel über mehrere Drücke auf und verschärfen sich, je länger der Druck läuft. Das Muster folgt oft der Walzengeometrie. Hochleistungspressen verdecken das Problem kurzzeitig, geben es dann plötzlich preis, wenn Ablagerungen abplatzen. Langsamere Drehzahlen können es fangen, bevor ganze Rammen verschwendet sind.

Vorbeugung beginnt mit täglichem Gummituch waschen und regelmäßiger Feuchtmittelkontrolle. Im Offset sollte der pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5 bleiben; weicht er ab, emulgiert die Farbe und verhärtet auf den Walzen. Farbwerke profitieren von vollständigem Spülen zwischen den Farbwechseln. Beim Flexodruck brauchen Aniloxwalzen regelmäßig Ultraschallreinigung, nicht nur Abwischen. Verschlissene Feuchtungswalzen oder fehlerhafte Farbviskositätskontrolle führen zu Schorfbildung; meist behebt Austausch oder Nachstellung das Problem.

Der Name kommt vom rauen, verkrusteten Aussehen einer heilenden Wunde. Maschinenführer erkennen schorfiges Material auf den ersten Blick und ziehen den Auftrag normalerweise zur Neujustierung, statt durch den Fehler hindurchzudrucken. Ist die Presse erst mal am Schorfen, beschleunigen sich die Mängel; die Balance korrigieren oder die betroffenen Walzen reinigen stoppt neue Schorfbildung, aber die beschädigten Bereiche auf Platte oder Gummituch erfordern möglicherweise Überarbeitung oder Austausch.

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