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Textiltechnik

Scoop Bonnet

Englisch: scoop bonnet

Haube mit langem, schmalem, schaufelförmigem Vorderteil, das früher von Frauen getragen wurde.

Schaufel-Haube: Der tiefrandige Hut, der die Textilnachfrage prägte

Eine Schaufel-Haube ist eine eng anliegende Damenhaube mit stark ausgeprägtem Vorsprung, der typischerweise 3 bis 6 Zoll über das Gesicht hinaus in einer gebogenen, schaufelförmigen Form ragt. Die Krone sitzt hoch und gerundet auf der Rückseite des Kopfes, während der vordere Rand in einem ausgeprägten Bogen nach unten und außen abfällt und die Seiten des Gesichts teilweise frei lässt. Die Haube wird mit Bändern oder Schnüren unter dem Kinn gebunden und sitzt dadurch fest.

Die Schaufel-Haube entstand Anfang des 19. Jahrhunderts als modische Form und blieb bis in die 1860er Jahre verbreitet, wobei sie zu einer der charakteristischsten Hutformen in der Geschichte der Frauenkleidung wurde. Textilhersteller fertigten das Grundgerüst aus Buckram, Modistendraht oder Lagen aus versteiftem Leinen und Baumwolle, um die starre Schaufelform zu erhalten. Die Oberfläche wurde dann mit Seide, Baumwollsamt, Wollfilz oder Musselin bezogen, oft mit kontrastierendem Material gefüttert.

Herstellung und Produktionsschwierigkeiten

Die tiefe Schaufel erforderte erhebliches Geschick beim Blocken und Formen. Modistinnen wärmten Drahtgestelle oder blockten das Grundgerüst auf Holzformen, nähten oder klebten dann den Bezugsstoff von Hand auf, während er noch feucht war, und ließen ihn in die richtige Krümmung trocknen. Der lange Vorderrand machte die Haube anfällig für Beschädigungen während des Tragens und Transports, deshalb wurden Fütterungen oft an Stresspunkten mit zusätzlichem Stoff verstärkt. Verzierungen wie Bänder, Federn, Spitzen oder künstliche Blumen wurden um die vordere Öffnung und die Krone genäht oder geklebt und zufügen zusätzliches Gewicht, das eine sorgfältige innere Abstützung erforderte.

Der extreme Vorsprung stellte ein echtes Herstellungsproblem dar: Steifungsmittel mussten stark genug sein, um die Form während des Tragens und Waschens zu halten, durften aber nicht so spröde sein, dass der Rand riss oder sprang. Stärke, Gummi arabicum und Schellack waren häufig verwendete Steifungsmittel, doch ihre Wirksamkeit und Haltbarkeit unterschieden sich erheblich. Manche Hauben benötigten nach jeder Wäsche ein erneutes Blocken und Versteifen.

Die Beliebtheit der Schaufel-Haube trieb die Nachfrage nach spezifischen Modistenmaterialien und Techniken voran, besonders nach feinem Buckram und Blockausrüstung, die zur Herstellung dieser Form nötig waren. Ihr Rückgang nach den 1870ern als modische Form markierte einen Wechsel zu breiteren, flacheren Rändern und weniger starren Grundgerüsten, der sich ändernde ästhetische Vorlieben und die Entwicklung neuer Modistentechniken widerspiegelt, die nicht so aufwendige Blockverfahren erforderten.

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