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Textiltechnik

Puff

Englisch: pouf

Teil einer Bekleidung, bestehend aus gesammeltem Stoff in einer Falte oder Bausch.

Pouf: Gesammelte und aufgepflanzte Stoffe als Deko oder Schnittmittel

Ein Pouf ist ein Stoffbereich, der bewusst gerafft, gekräuselt oder in Falten gelegt wird und über die Garmentoberfläche hinaussteht und so eine dreidimensionale Wölbung erzeugt. Der Effekt wird erreicht, indem Fäden durch den gerafften Bereich gezogen werden, oder durch Polsterung und Nähen des Poufs, um seine Form zu halten. Poufs sind häufig an Ärmeln, Miedern und Röcken anzutreffen und verleihen optisches Volumen und Oberflächenstruktur, wo flacher Stoff sonst glatt anliegen würde.

Poufs unterscheiden sich stark in Größe und Aufbau. Ein Ärmel-Pouf kann am Oberarm einen Durchmesser von 7 bis 10 cm erreichen und wird durch schmale Manschetten oder Einfassungen oben und unten gehalten. Mieder-Poufs können kleinflächig und zart sein oder mutig und architektonisch wirken. Der Stoff selbst bestimmt den Charakter des Poufs: Seidentaft behält eine knackige, plastische Form; Leinen oder Baumwollkrepp schafft weichere, organischere Falten; Samt hängt und fällt ganz anders.

Die Grundmethode besteht darin, den Stoff auf einem Fadengitter zu raffen (oft mit Stielstich oder Zugschnur), dann die Raffungen so anzupassen, dass sie gleichmäßig verteilt sind, bevor sie mit einem Schlussnaht oder Saum fixiert werden. Alternativ wird der Pouf übergroß zugeschnitten, ein Rückenstoff wird angenäht und das Ganze wird vor dem Einsetzen in die Garment leicht gefüllt. Schwere Stoffe wie Möbelvelours oder Jacquard erfordern sorgfältige Berechnung, um Volumen an den Nähten zu vermeiden.

Historischer und praktischer Zusammenhang

Der Begriff stammt vom Französischen, wo pouf oder pouffe etwas Aufgepflanzte oder Geschwollene bezeichnet. Poufs waren modisch in den 1880er Jahren und 1950er Jahren Hochkonjunktur, bleiben aber Standard in der Schneiderei und Kostümfertigung. Aus Produktionssicht sind Poufs arbeitsintensiv: Sie lassen sich nicht schnell durch industrielle Ausbreitung oder Zuschnitt erledigen, und jeder Pouf muss einzeln gerafft und fixiert werden. Ein Ärmel mit mehreren Poufs kann die Handarbeit an einer einzelnen Garment um 20 bis 30 Minuten verlängern.

Der Pouf steht an der Schnittstelle von Konstruktion und Ornament im Schnittdesign. Technisch ist er ein Formgebungsmittel, das kontrolliert, wo und wie Stoff am Körper sitzt. Ästhetisch ist er reine Dekoration. Hersteller nutzen Poufs, um Premium-Preise bei Kindermode, Brautkollektionen und Heritage-Modepieces zu rechtfertigen, da die Technik Handarbeit und sorgfältige Verarbeitung signalisiert.

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