SpracheEnglishDeutsch
Bergbau und Gewinnung

Salband

Englisch: selvage

Der an die Lagerlochwände angrenzende Bereich eines Erzgangs auf beiden Seiten.

Selvage: die Kontaktzone zwischen Erz und Nebengestein

Im Bergbau ist eine Selvage die Zone aus verändertem oder mineralisiertem Gestein, das sich entlang der Kontaktfläche zwischen einer Erzader oder Lagerstätte und dem umgebenden Nebengestein bildet. Sie markiert die Grenzzone, in der hydrothermale Fluide das Material auf beiden Seiten des Erzkörpers chemisch verändert haben. Selvages variieren in ihrer Breite von Millimetern bis zu Metern, je nach Intensität und Dauer des Mineralisierungsprozesses.

Die Zusammensetzung und der Charakter einer Selvage hängen davon ab, welche Fluide hindurchgedrungen sind und auf welches Nebengestein sie trafen. Eine Quarzader, die Granit durchschneidet, kann eine Selvage aus Tonmineralen und Serizit entwickeln, wo saure Fluide Feldspäte ausgelaugt haben. Basismetall-Adern in Kalkstein zeigen oft eine Selvage aus Skarn, einem Calciumsilikat-Gestein, das durch die Reaktion zwischen den eindringenden Fluiden und dem karbonatischen Nebengestein entsteht. Einige Selvages sind taub; andere enthalten wirtschaftlich interessante Minerale in Konzentrationen, die der Hauptader entsprechen.

Erkennung und praktische Bedeutung

Geologen und Bergbau-Geotechniker nutzen Selvage-Zonen als Markierungspunkte beim Kartieren und Beproben. Eine gut ausgebildete Selvage macht die Adergrenze scharf und nachverfolgbar; ihre Abwesenheit oder Schwäche kann darauf hindeuten, dass die Ader ausklingt oder zu schmal wird, um wirtschaftlich abgebaut zu werden. Probierer beproben die Selvage manchmal separat vom Kern einer Ader, weil sie zeigen kann, ob die Mineralisierung über das sichtbare Erz hinausgeht oder ob sie einen taube Halo darstellt.

Im Hartgesteinsbergbau beeinflusst die Festigkeit der Selvage die Stabilität. Eine tonmineralreiche Selvage kann schwächer und rutschungsanfälliger sein als frisches Nebengestein, was die Auslegung von Strossenwänden und Pfeilerabmessungen beeinflusst. Im Untertagekohlebergbau wird der Begriff manchmal auf das dünne Schieferband oder die Verschmutzung direkt über oder unter dem Kohleflöz angewendet, aber diese Verwendung ist regional und weniger präzise als die Definition im Metallbergbau.

Das Wort stammt aus der Textilindustrie, wo Selvage (oder Selvedge) die fertige Kante eines gewebten Stoffes bezeichnete. Die Übertragung auf den Bergbau ist logisch: beide Begriffe kennzeichnen die definierte Grenze oder Kante eines nutzbaren Materials, die Stelle, wo eine Substanz auf eine andere trifft.

Mehr aus Mining and extraction

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.