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Bahntechnik

Semaphor-Signalanlage

Englisch: semaphore signal

Eisenbahnsignal mit einem beweglichen Arm auf einem Signalmast oder einer Signalbrücke; die Armstellung zeigt an, ob ein Zug halten oder fahren darf. Sie werden heute weitgehend durch Lichtsignale ersetzt.

Semaphorsignal: Bahnarm, der Zügen das Weiterfahren anzeigt

Ein Semaphorsignal ist ein mechanisches Bahnsignal, das aus einem drehbaren Arm (genannt Flügel oder Signalarm) besteht, der auf einem Pfosten oder Ausleger befestigt ist. Der Arm dreht sich zwischen zwei Hauptpositionen: horizontal oder leicht darunter bedeutet Halt, während eine Neigung von etwa 45 Grad Fahrt frei oder Weiterfahrt anzeigt. Diese einfache binäre Sprache regelt die Bahnbewegung seit über 150 Jahren, wobei die Armposition aus erheblicher Entfernung entlang der Strecke sichtbar ist.

Der Signalarm ist normalerweise in schwarzen und weißen Streifen angestrichen, um die Sichtbarkeit zu gewährleisten. Dahinter sitzt eine kleine kreisförmige oder rechteckige Rückplatte, oft rot, weiß oder gelb gefärbt, je nach Funktion des Signals. Der Armmechanismus wird entweder durch einen mechanischen Hebel im Stellwerk oder in späteren Anlagen durch einen Elektromotor angetrieben. Ein Gegengewicht im Pfosten hilft, den Arm in die Haltstellung zurückzubringen, falls mechanische oder elektrische Kraft ausfällt, eine entscheidende Sicherheitsvorrichtung im Bahnbetrieb.

Ein Einarmsemaphor ist die einfachste Form und zeigt nur Halt und Fahrt an. Mehrarmige Signale stapeln zwei oder drei Flügel vertikal auf demselben Pfosten, um verschiedene Strecken und Geschwindigkeitsbeschränkungen anzuzeigen. Der obere Arm (Hauptsignal) kontrolliert den Zugang zum nachfolgenden Streckenabschnitt, während untere Arme (Vorsignale) die Fahrer über Bedingungen weiter entlang der Strecke warnen. In einigen Systemen vermitteln geneigte Positionen zwischen horizontal und 45 Grad Vorsicht oder Langsamfahrtsanweisungen.

Semaphore dominierten die britischen, europäischen und australischen Bahnen im gesamten 20. Jahrhundert. Sie werden noch auf Museumsbahnen und einigen historischen Abschnitten von Hauptstrecken verwendet, wurden aber auf betrieblichen Bahnen fast vollständig durch Lichtsignale ersetzt. Lichtsignale sind überlegen, weil sie zuverlässig bei Nebel, Schnee und Dunkelheit funktionieren und sich leichter in moderne automatisierte Signalsysteme integrieren. Semaphore werden jedoch noch dort gewartet, wo sie erhalten sind, da sie robust sind, eine minimale elektrische Infrastruktur benötigen und ihre Funktion ohne Stromversorgung im Notfall erfüllen.

Der Begriff Semaphor leitet sich von den griechischen Wörtern für Zeichen und Träger ab. Obwohl der Name ursprünglich ein beliebiges System der Signalisierung durch bewegliche Arme beschrieb (einschließlich des Flaggenalphabets in der Schifffahrt), bezieht sich der Begriff in der Bahnpraxis ausschließlich auf die hier beschriebenen ortsfesten, an Pfosten befestigten mechanischen Signale. Das Verständnis von Semaphorphositionen bleibt essentiell für jeden, der auf Museumsbahnen arbeitet oder Bahngeschichte studiert, da die Logik intuitiv und die Mechanik unkompliziert ist.

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