Schaltkragen
Englisch: shawl collar
Ein Kragen, der an einem Kleidungsstück umgelegt ist und nahtlos mit den Aufschlägen verbunden eine durchgehende, ungebrochene Kurve vom Hals nach vorne bildet.
Schalerkragen: Kragen und Revers zu einer durchgehenden Kurve vereinigt
Ein Schalerkragen ist ein durchgehendes Stoffstück, das von einer Schulter um den Nacken herum zur anderen Schulter läuft und macht damit die Naht zwischen klassischem Kragen und Revers überflüssig. Im Gegensatz zu einem Kerb- oder Spitzrevers, wo Kragen und Revers separate Schnittteile sind, die sich an einer Kerbe treffen, wird der Schalerkragen als eine Einheit aus dem Kleidungsstoff zugeschnitten. Das Ergebnis ist eine glatte, ununterbrochene Kurve, die sich von Schulter zu Schulter über die vordere Öffnung spannt.
Der Schalerkragen kommt am häufigsten bei Bademänteln, Smoking-Jacken, Strickjacken und Abendbekleidung vor. In der Schneiderei erfordert er sorgfältige Schnittabstufung, denn die Kragentiefe und Bruchlinie müssen sich natürlich mit der Revers-Breite verbinden, ohne Falten, Spannungen oder Bruch in der Linie zu erzeugen. Der Kragenständer, der vertikale Teil, der sich vom Halsausschnitt erhebt, bevor er umschlägt, muss richtig proportioniert sein, damit die Außenkante des umgeschlagenen Kragens flach und parallel zur Vorderkante liegt, normalerweise 1 bis 2 cm vom Bruchpunkt entfernt.
Verarbeitung und Passformschwierigkeiten
Die Hauptschwierigkeit beim Herstellen eines Schalerkragens liegt in der Halsausschnitt-Naht. Da das Teil durchgehend um den Nacken herum läuft, muss die Halsausschnitt-Öffnung großzügig genug zugeschnitten sein, damit der Kragen umschlagen kann, ohne zu kräuseln, darf aber nicht so locker sein, dass der Kragen vom Körper absteht. Die Nackenweite ist normalerweise 15 bis 18 Prozent breiter als bei einem vergleichbaren Kerb-Revers-Kleidungsstück. Die Einlage muss gezielt aufgebracht werden: Eine feste Webkette-Einlage entlang der Außenkante des Revers erhält die Form, während eine weichere Stütze entlang der Bruchlinie dem Stoff ermöglicht, natürlich zu falten.
Die Naht, wo der Schalerkragen mit den vorderen und hinteren Körperteilen verbunden ist, ist entscheidend. Einige Produktionsverfahren verwenden eine dreiteilige Naht-Konstruktion (Vorderteil, Schalerkragen, Hinterteil), die in einem Durchgang genäht wird; andere verbinden zuerst das Hinterteil und den Schalerkragen, dann wird diese Einheit mit dem Vorderteil verbunden. Obersteppung entlang der Außenkante, 0,5 bis 0,75 cm vom Rand entfernt, ist Standardpraxis und dient dazu, die Unterseite des Kragens zu sichern und die durchgehende Linie zu betonen.
Schalerkragen sind in der gehobenen Schneiderei verbreitet, denn sie erfordern mehr Geschick zum Zuschneiden, Abstufieren und Fertigstellen als Kerb-Revers. Der Begriff selbst stammt von der Ähnlichkeit der Kragenform mit einem um die Schultern drapierten Schal. Schlecht ausgeführt, zeigt ein Schalerkragen Falten entlang der Bruchlinie oder Lücken am Nacken. Richtig gemacht schafft er eine elegante, einheitliche Silhouette, die sofort erkennbar ist.