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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Seitenventil

Englisch: side valve

Ventiltyp in einem Verbrennungsmotor, bei dem die Ein- und Auslassventile im Zylinderkopf neben dem Kolben angeordnet sind; der Zylinderkopf ist dann eine einfache Wölbung über den Ventilen und dem Kolben.

Seitenventil: Ventile im Block, nicht im Zylinderkopf

Ein Seitenventilmotor positioniert beide Ein- und Auslassventile im Zylinderzblock, parallel zur Zylinderbohrung, anstatt oben im Zylinderkopf. Die Ventile sitzen in einer Kammer, die in die Seite des Blocks gegossen ist, im Winkel angebracht, um den Strom an dem Kolben vorbeizuleiten. Der einfache flache oder gewölbte Zylinderkopf dichtet lediglich die Brennkammer ab. Dieses Konzept war von den 1900er Jahren bis in die 1950er Jahre hinein dominant bei Automobilmotoren und stationären Motoren und bleibt heute in kleinen luftgekühlten und Industriemotoren verbreitet.

Die Nockenwelle betätigt die Ventile direkt oder über kurze Stoßstangen, die im Block verlaufen. Weil die Ventile neben dem Kolben liegen und nicht über ihm, muss die Flammenfront in der Brennkammer einen längeren Weg zurücklegen, und die Verbrennung verläuft langsamer und weniger vollständig als bei Konstruktionen mit oben liegendem Ventiltrieb. Die Kanäle müssen sich innerhalb des Blocks scharf krümmen, um das Gemisch in die seitliche Ventilkammer zu leiten und die Abgase herauszuleiten. Diese Kanäle sind relativ eng, was die maximale Drehzahl und die maximale Leistung begrenzt.

Warum und wo Seitenventile noch verwendet werden

Das Seitenventilkonzept bleibt für kostengünstige Anwendungen mit niedriger Drehzahl attraktiv, da der Block einfacher zu gießen und zu bearbeiten ist, der Zylinderkopf kostengünstig hergestellt wird und die gesamte Baugruppe robust und unempfindlich gegen schlechte Wartung ist. Motorräder, Gartengeräte, Pumpen und Generatoren verwenden häufig Seitenventil-Anordnungen. Das Konzept ist von Natur aus kompakt in der Vertikalrichtung und toleriert Seitenschwingungen ohne Ventiltriebgeräusche, was in rauen Betriebsbedingungen ein echter Vorteil ist.

Der Hauptnachteil ist die Effizienz. Höhere Verdichtungsverhältnisse und schnellere Verbrennung sind schwerer zu erreichen, daher ist der Kraftstoffverbrauch pro Bremsleistung schlechter als bei gleichwertigen Motoren mit oben liegendem Ventiltrieb oder oben liegender Nockenwelle. Der Begriff Seitenventil wird manchmal gleichbedeutend mit Flachkopf oder L-Kopf verwendet, wobei L-Kopf technisch nur auf die spezifische Blockform verweist.

Im industriellen Bereich dominieren Seitenventilmotoren kleine stationäre Antriebseinheiten, bei denen Anschaffungskosten und Einfachheit wichtiger sind als Kraftstoffkosten. Ein Seitenventilmotor mit 1800 rpm hält unter intermittierender Last länger als ein Design mit höherer Drehzahl, und Ersatzteile bleiben kostengünstig, da die Konstruktion noch weltweit in kleinen Stückzahlen für Anwendungen im Dienstleistungssektor hergestellt wird.

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