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Elektrotechnik

Silver Box

Englisch: silver box

Modifizierte DTMF-Box mit vier zusätzlichen Tasten, die ein vier Spalten mal vier Tasten großes Gitter erzeugt.

Silberbox: DTMF-Tastenfeld mit 16 Tasten statt 12

Eine Silberbox ist ein modifiziertes Mehrfrequenz-Signalisierungsgerät (DTMF), das das Standard-12er-Tastenfeld eines Telefons auf 16 Tasten erweitert, die in einem 4×4-Raster angeordnet sind. Die vier zusätzlichen Tasten sitzen in einer rechten Spalte neben den Standard-10-Ziffern, dem Stern- und dem Hash-Symbol. Diese zusätzlichen Tasten erzeugen DTMF-Töne außerhalb des Standard-Telefonbereichs und ermöglichen die Übertragung von erweiterten Steuersignalen über Telefon-Sprachkanäle oder ähnliche Audiokanäle.

Der Begriff stammt aus der Telefonieschalttechnik und frühen Telekommunikationsprüfung, wo Techniker diese Geräte nutzten, um erweiterte Befehlssätze an Fernausrüstungen zu senden. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom metallisch silbernen Gehäuse ab, das bei der damaligen industriellen Testausrüstung üblich war. In der Praxis dienten Silberboxen dazu, Funktionen in Nebenstellenanlagen (PBX), automatisierter Testausrüstung und Sprachpostanlagen auszulösen, die die zusätzlichen Töne erkannten. Die vier zusätzlichen Tasten waren typischerweise für Funktionen wie Erhöhen, Verringern, Halten oder benutzerdefinierte Systembefehle belegt.

Technischer Betrieb und Standards

Jede Taste erzeugt ein Paar von Sinustonfrequenzen: eine aus einer hohen Gruppe (1209, 1336, 1477 oder 1633 Hz) und eine aus einer niedrigen Gruppe (697, 770, 852 oder 941 Hz). Das Standard-12er-Layout nutzt die ersten drei hohen Frequenzen; das 16er-Layout fügt die vierte hohe Frequenz hinzu, um die zusätzliche Spalte zu schaffen. Die typische Tondauer beträgt 40 bis 100 Millisekunden mit 40 bis 60 Millisekunden Stille zwischen den Tönen. Das Audiopegel liegt bei etwa -7 dBm für jede Komponente.

Silberboxen wurden nach dem Aufkommen von digitalen Signalisierungsverfahren und paketgesteuerten Netzen weniger häufig verwendet, sind aber noch immer in Betrieb bei Legacy-Telefonsystemen, privaten Funknetzen und speziellen Industriesteuerungsanwendungen, wo eine außerkantige Signalisierung über Audiokanäle erforderlich ist. Moderne Entsprechungen sind Software-DTMF-Generatoren und dedizierte Codec-Module, wobei die 16er-Tastenausführung selbst außerhalb der Wartung vorhandener Ausrüstung kaum noch anzutreffen ist.

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