Slam
Englisch: slam
Die Überführung eines Kunden von einem Dienstanbieter zu einem anderen ohne dessen Zustimmung.
Slam: Unbefugter Wechsel des Netzbetreibers in der Telekommunikation
In der Telekommunikation bedeutet Slam, den Fernverkehrsnetzbetreiber, Ortsnetzbetreiber oder einen anderen Dienstanbieter eines Kunden ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung zu wechseln. Der Kunde erhält eine Rechnung von einem neuen Anbieter und stellt fest, dass seine Dienste ohne sein Wissen oder auf seine Anfrage hin geändert wurden. Diese Praxis wurde in den 1990er Jahren nach der Deregulierung der Telekommunikation weit verbreitet, nachdem die Märkte für den Wettbewerb geöffnet wurden, und führte zu behördlichen Eingriffen durch die Federal Communications Commission und staatliche Behörden.
Slam erfolgt typischerweise durch betrügerische Verkaufstaktiken. Ein Drittwerbetreiber ruft einen Kunden an, gibt falsche Angaben über seine Unternehmenszugehörigkeit, oder erhält verbale "Zustimmung" unter falschen Voraussetzungen, reicht dann ein Letter of Agency (LOA) beim neuen Netzbetreiber ein und behauptet, berechtigt zu sein, den Wechsel vorzunehmen. Der Kunde erfährt vom Wechsel erst, wenn die nächste Rechnung mit Gebühren eines unbekannten Anbieters ankommt. Einige Slams sind zufällig und entstehen durch Fehler bei der Abwicklung durch den Netzbetreiber, aber die meisten beinhalten absichtliche Täuschung, um Marktanteile zu gewinnen.
Behördliche Maßnahmen und Kundenschutz
Die FCC erließ Regeln, nach denen Netzbetreiber eine unterzeichnete, schriftliche Genehmigung vorliegen haben müssen, die auf die spezifische Wechselanfrage abgestimmt ist, bevor eine Änderung des Netzbetreibers verarbeitet wird. Kunden, die Opfer eines Slam wurden, haben Anspruch auf sofortige Wiederherstellung ihres ursprünglichen Dienstes kostenlos, sowie Rückerstattung umstrittener Gebühren und etwaige gültige Gutschriften. Netzbetreiber, die Kunden slamen, sehen sich mit Strafen konfrontiert, und wiederholte Verstöße können zum Entzug der Berechtigung zum Wechsel von Kunden führen.
Im Gegensatz zu einem legitimen Wechsel, den der Kunde selbst einleitet, ist Slam unfreiwillig und betrügerisch. Der Begriff selbst leitet sich von der gewaltsamen, plötzlichen Natur der unbefugten Aktion ab. In den Jahren nach der Deregulierung der Telekommunikation wurde Slam zu einem erheblichen Verbraucherschutzproblem, da die Eintrittsbarriere für Fernverkehrs- und Ortsnetzdienste niedrig war und der Wettbewerb intensiv, was für unethische Netzbetreiber wirtschaftliche Anreize schuf, ihre Kundenstamm schnell durch Täuschung statt durch Servicequalität aufzubauen.