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Bergbau und Gewinnung

Schrägtrieb

Englisch: slant

Ein Trieb: ein Streckenort, der diagonal zwischen Fallen und Streichen eines Flözes aufgefahren wird.

Schrägstrecke: diagonaler Stollen, der dem Fallen der Flözschicht folgt

Eine Schrägstrecke ist ein Grubenbaustollen, der in einem Winkel sowohl zum Fallen als auch zum Streichen einer Kohleflözschicht aufgefahren wird, in der Regel um Zugang zum Kohleflöz zu schaffen oder um zwischen verschiedenen Flözen in unterschiedlichen Höhen zu wechseln. Im Gegensatz zu einer Strecke (die horizontal dem Streichen folgt) oder einem Aufstieg (der dem Fallen aufwärts folgt) schneidet eine Schrägstrecke diagonal durch die geologischen Schichten und bietet damit den direktesten Weg, wenn eine vertikale Distanz ohne Schacht überbrückt werden muss.

Die Geometrie einer Schrägstrecke hängt von der Flözmächtigkeit und dem erforderlichen Neigungswinkel ab. Bei einem Flöz mit beispielsweise 20 Grad Fallen wird eine Schrägstrecke, die in einem Winkel von 30 bis 40 Grad zur Horizontalen aufgefahren wird, das Flöz effizient durchqueren. Das Gefälle der Schrägstrecke wird vor dem Auffahren festgelegt, und die Ausbauung oder Verankerung muss die senkrecht zur Schicht wirkende Belastung berücksichtigen. Die entlang der Schrägstrecke gewonnene Kohle wird in der Regel durch Schwerkraft oder mechanische Förderung (Seil oder Kette) transportiert, statt sich frei zu bewegen.

Schrägstrecken werden oft in Paaren oder Gruppen aufgefahren, um mehrere Verbindungen zwischen Flözen zu schaffen oder um Rettungswege und Bewetterungsstrecken bereitzustellen. Sie unterscheiden sich von Schachtrampen, die formell in steileren Winkeln abgeteuft werden und mit fester mechanischer Förderausrüstung ausgestattet sein können. Der Begriff Schrägstrecke ist weniger formell und kann sich auf jeden diagonalen Grubenbaustollen beziehen, während eine Schachtrampe üblicherweise einen geplanten, konstruktiv durchgearbeiteten Zugang mit fester Ausrüstung anzeigt.

Spezifische Sicherheitsrisiken bei Schrägstrecken sind Stehwasser, das sich auf der geneigten Sohle sammelt, und schlechte Dachhaftung entlang der ansteigenden Kante, wo das Kohleflöz ausdünnt oder sich das Dachgestein ablöst. Die Bewetterung in Schrägstrecken kann bei geringem Gefälle träge sein, was Methan oder Kohlenstaub zum Ansammeln bringt. Förderreibung und Bremsenverschleiß sind auch bei steilen Schrägstrecken höher, weshalb die Instandhaltung der Förderausrüstung entscheidend ist.

Der Name Schrägstrecke spiegelt ihr Aussehen und ihre Funktion wider: sie verläuft weder vertikal wie ein Schacht noch horizontal wie eine Strecke, sondern diagonal durch die Schichten. Im Kohlebergbau, besonders in britischen und älteren nordamerikanischen Lagerstätten, war die Schrägstrecke die alltägliche Alternative zu den Kosten einer Schachtabteufe, wenn gemäßigte Teufen und Flöztrennung durch diagonales Auffahren bewältigt werden konnten.

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