Schlämtisch
Englisch: sleeping table
Eine stationäre geneigte Plattform zum Waschen von feingemahlener Erz.
Schlämmtisch: wo gemahlenes Erz auf Wasser und Schwerkraft trifft
Ein Schlämmtisch ist eine flache oder leicht geneigte Plattform, in der Regel 2 bis 4 Meter lang und 1 bis 2 Meter breit, die bei der Erzaufbereitung zum Trennen von wertvollen Mineralpartikeln von Berge durch Wäsche verwendet wird. Gemahlenes Erz, oft feiner als 2 mm, wird mit kontrolliertem Wasserstrom auf den Tisch aufgegeben. Die Kombination aus Schwerkraft, sanfter Wasserströmung und der leichten Neigung des Tisches führt dazu, dass schwerere Mineralpartikel sich absetzen und hangabwärts wandern, während leichtere Gangart (Bergegestein) abgespült wird oder in Suspension bleibt.
Die Tischoberfläche besteht in der Regel aus Holzleisten, Gummibelag oder gewelltem Metall, was hilft, feinere wertvolle Partikel zu halten und zurückzuhalten, während Wasser durchdringt. Die Neigungswinkel sind flach, typischerweise 5 bis 15 Grad, weshalb der Begriff Schlämmtisch verwendet wird: der Tisch ist nicht steil genug, um schnelle Gravitativtrennung wie bei einer Rinne oder einem Sluice zu erzeugen. Diese sanftere Bewegung ist tatsächlich ein Vorteil bei der Verarbeitung feinen Materials, da sie Partikelbruch reduziert und sorgfältigere Sortierung ermöglicht.
Schlämmtische sind verbreitet in Alluvialgold- und Zinnbetrieben, wo sie Material verarbeiten, das bereits durch frühere Schwerkraftgeräte wie Sluices oder Spiralkonzentrator grob angereichert wurde. Einige Bauformen nutzen eine Schaukel- oder Oszillationsbewegung, um die Trennung zu verbessern, sind aber technisch Schütteltische statt Schlämmtische. Die Wasserzufuhrmenge und die Aufgabemenge des Erzes müssen sorgfältig abgestimmt werden: zu viel Wasser führt dazu, dass wertvolles Material abgespült wird; zu wenig verursacht Verstopfung und schlechte Schichtung.
Die Hauptverschleißstelle ist die Tischoberfläche selbst, die auffurcht und Tiefstellen entwickelt, wo sich Partikel bevorzugt ansammeln und den Fluss blockieren. Regelmäßiges Harken und gelegentliches Neuaufbringen der Oberfläche sind notwendige Instandhaltung. In Tropen- oder niederschlagreichen Regionen müssen Betreiber auch den Wasserabfluss beherrschen, um die Umwelteinleitung von feinen Haldestoffen zu vermeiden, weshalb Schlämmtische zunehmend durch Trommelsiebe oder Hydrozyklone ersetzt werden, die weniger Waschwasser erzeugen.
Die Rolle des Schlämmtisches in der Aufbereitungsanlage ist bescheiden, aber funktional: er sitzt nach der Grobkonzentration und vor der Endgewinnung und verarbeitet die Zwischenkörnung (typischerweise 0,5 bis 5 mm), die andere Geräte schlecht beherrschen. Seine Einfachheit, niedriger Kapitaleinsatz und Zuverlässigkeit in geübten Händen haben ihn über ein Jahrhundert hinweg in Gebrauch gehalten, doch seine Unwirtschaftlichkeit und Arbeitsintensität bedeuten, dass er heute hauptsächlich in kleinen handwerklichen und Kleinschürfungsbetrieben zu finden ist und nicht in modernen Industrieanlagen.