Muffe
Englisch: sleeve
Ein doppeltes Kupferrohr, in das die Enden von blanken Drähten gesteckt werden und durch Verdrehung eine elektrische Verbindung entsteht; die so hergestellte Verbindung heißt McIntire-Verbindung.
Muffe: verdrillter Drahtverbinder ohne Lötung
Eine Muffe ist ein kurzes Stück weiches Kupferrohr, typischerweise 0,5 bis 2 Zoll lang, zum Verbinden der abisolierten Enden zweier blanker Leiter. Die beiden Drahtenden werden von entgegengesetzten Seiten in die Muffe eingeführt, dann wird die Muffe unter Spannung verdrillt, wobei das Kupfer um beide Leiter gepresst wird und eine gasdichte, niederohmige Verbindung ohne Lot oder Flussmittel entsteht.
Die gebräuchlichste Form in der Stromversorgungstechnik ist die McIntire-Verbindung, benannt nach ihrem Entwickler. Die Muffe wird von Hand oder mit einem Schraubenschlüssel gedreht, während die Drähte unter leichter Spannung gehalten werden, üblicherweise durch ein tragbares Werkzeug oder durch Aufhängung von Gewichten. Durch die Verformung des Kupfers entsteht mechanischer Halt und Metall-zu-Metall-Kontakt, der Strom zuverlässig leitet. Festigkeit und Leitfähigkeit der Verbindung hängen von der richtigen Ausrichtung der Drähte und ausreichender Verdrillung zum vollständigen Pressen der Muffe ab.
Einsatzbereiche von Muffen
Muffen kommen am häufigsten bei Freileitungs- und Verteilnetzarbeiten vor, wo blanke Kupfer- oder Aluminiumleiter ohne Zugang zu Elektrowerkzeugen oder Wärmequellen gespleißt werden müssen. Sie eignen sich für Feldarbeiten und provisorische Verbindungen. Allerdings wurden sie bei modernen Installationen weitgehend durch Pressklemmen und mechanische Anschlussmuffen verdrängt, die schneller sind und weniger von der Bedienergeschicklichkeit abhängen. Muffen bleiben in älteren Systemen und bei begrenzter Werkzeugverfügbarkeit verbreitet.
Die Qualität einer Muffenverbindung hängt stark von Drahtreinhaltung und Bedienergeschicklichkeit ab. Oxidiertes Kupfer, schief angeordnete Drähte oder unzureichende Verdrillung erzeugen eine schwache Verbindung mit hohem Widerstand und Risiko von Erwärmung oder Korrosion. Kupfermuffen werden nach dem Verdrilllen selbst vergütet, was sie spröde machen kann; Verbindungen an Tragseilen können durch Vibrationen mit der Zeit reißen. Die Methode erfordert auch freien Zugang und ausreichende körperliche Kraft zum Aufbringen der notwendigen Spannung.
Muffen werden der Leiterdimension und dem Material angepasst (Kupfermuffen für Kupferdraht, Aluminium für Aluminium). Das Kupferrohr ist weicher als die Leiter, die es verbindet, daher verformt es sich vorzugsweise und klemmt sie fest. Die Kosten sind niedriger als bei gepressten oder gelöteten Verbindungen, aber der Nachteil ist langsamere Montage und höhere Schwankungen in der Verbindungsqualität.