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Schiffbau und Werft

Schnau

Englisch: snow

Ein rahgetakeltes Segelschiff ähnlich einer Brigg, früher als Kriegsschiff verwendet, mit Fockmast, Großmast und einem unmittelbar achter des Großmastes angebrachten Besan mast.

Schnee: Dreimaster-Vollschiff mit verborgenem Hintersegel

Eine Schnee ist ein rahgetakeltes Segelschiff, das auf den ersten Blick einem Brigg sehr ähnelt, aber einen entscheidenden Unterschied aufweist: einen dritten Mast, der unmittelbar hinter dem Großmast positioniert ist. Dieser Besan-Mast, auch Schnee-Mast genannt, steht niedriger als der Fock- und Großmast und trägt ein Vor-und-Aft-Segel statt Rahsegeln. Die Schnee entstand im 17. Jahrhundert und wurde vom 18. bis frühen 19. Jahrhundert häufig in europäischen Kriegsflotten und Handelsflotten eingesetzt, besonders bei britischen, niederländischen und skandinavischen Seeleuten.

Der Besan-Mast ist das Erkennungsmerkmal der Schnee. Während ein Brigg nur Fock- und Großmast hat, beide mit Rahsegeln getakelt, ergänzt die Schnee einen dritten Mast, der unmittelbar hinter dem Großmast auf dem Deck aufgestellt wird, üblicherweise 12 bis 20 Fuß Abstand je nach Schiffsgröße. Dieser Mast trägt ein Besan, ein großes Vor-und-Aft-Segel, das von einer Gaffel hängt und dem Kapitän bessere Steuerkontrolle in engen Gewässern sowie einen effizienteren Segelplan beim Halsenwind ermöglicht. Die Anordnung bot bessere Balance als ein reines Rahgetakel-Design und behielt gleichzeitig die meisten Ladefähigkeits-Vorteile des Brigg.

Einsatz und Varianten

Schneen erschienen häufig als Marineschnellsegler, in der Sklaverei und als Handelsschiffe im Dreieckshandel. Ihre Größe war sehr unterschiedlich; einige hatten 300 Tonnen Tragfähigkeit, andere überschritten 600 Tonnen. Kleinere Schneen waren als Kaperschiffe und in der Küstensicherung beliebt. Der Schiffstyp erwies sich für die Royal Navy und die Flotten der Ostindien-Kompanie als besonders wertvoll, da der Besan-Mast bessere Manövrierfähigkeit als vollgetakelte Briggs ermöglichte, ohne die Komplexität oder Kosten eines vollständig dreimastigen Vollschiffs zu erfordern. Mitte des 19. Jahrhunderts hatten verbesserte Dampfschifftechnik und Änderungen der Schiffsbaukunst die Schnee überflüssig gemacht, und nur wenige Exemplare existierten nach 1850 noch.

Die Herkunft des Namens bleibt unter Schiffshistorikern umstritten. Einige führen ihn auf das niederländische Wort 'sneeuw' oder skandinavische Wurzeln zurück; andere behaupten, er stamme vom schnellen, versteckten Erscheinungsbild des Schiffes. Die Etymologie hat wenig Einfluss auf das Verständnis der Schiffsfunktion, aber der Begriff wurde nie international vereinheitlicht. Französische Werften bezeichneten ähnliche Schiffe als 'floutes' oder 'corvettes', und deutsche Werften verwendeten 'Schnau' oder 'Schnau Brigg', was bei der Konsultation zeitgenössischer Dokumente zu Verwirrung führte.

Wer 18. Jahrhundert-Marineunterlagen, Handelsmanifeste oder Preislisten liest, wird auf Schnee häufig stoßen. Um eine Schnee von einem Brigg zu unterscheiden, muss man auf die Mastanordnung in zeitgenössischen Gemälden, Modellunterlagen oder detaillierten Beschreibungen achten. Die Anwesenheit jenes sekundären Besan-Mastes, oft in zeitgenössischen Darstellungen als dünnere Vertikallinie nahe beim Großmast gezeigt, ist das verlässliche Erkennungsmerkmal. Moderne Schifffahrtsmuseen, darunter das Peabody Essex Museum und das National Maritime Museum in Greenwich, verwalten detaillierte Referenzen über erhaltene Schnee-Pläne.

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