Spud
Englisch: spud
Eine kurze Mutter (Verbindungselement) mit beidseitiger Gewindeausführung.
Spud: doppelgewindige Verbindungsfassung für die Montage auf engstem Raum
Ein Spud ist eine kurze Verbindungsfassung mit Gewinde an beiden Enden und einem sechskantigen Körper dazwischen. Die beiden Gewindeenden schrauben sich in verschiedene Bauteile ein und erzeugen eine starre Verbindung dort, wo herkömmliche Bolzen wegen Platzmangel nicht passen. In der Sanitärtechnik haben Spuds typischerweise eine Gesamtlänge von 0,5 bis 2 Zoll, wobei der ungewinde Sechskant etwa das mittlere Drittel einnimmt. Sie werden üblicherweise aus Messing oder Edelstahl gefertigt, um Korrosion durch Wasser und Mineralablagerungen zu widerstehen.
Spuds glänzen da, wo zwei Innengewinde-Anschlüsse an benachbarten Armaturen mit minimalem Platzangebot verbunden werden sollen. Typische Anwendungen sind die Verbindung eines Spülkastens mit dem Spülventil, eines Warmwasserspeichers mit einem Absperrventil oder eines Wasserhahns mit dem Zuleitungsstutzen. Da sich beide Enden in feste Positionen einschrauben, ist keine Mutter auf der Gegenseite erforderlich, und der Sechskant kann mit einem Schraubenschlüssel gegriffen werden, um die Anzugskraft zu kontrollieren und ein Drehen der zu verbindenden Bauteile zu verhindern.
Ausführungen und Griffpunkte
Spuds gibt es in verschiedenen Gewindeteigungen und Größen, üblicherweise 1/2 Zoll und 3/4 Zoll NPT (National Pipe Thread) für die Sanitärinstallation im Wohnbereich. Einige Spuds haben an einem Ende eine Schulter oder einen Flansch, der den Sechskant verbreitert, um Armaturen aufzunehmen, die dichter beieinander liegen. Die Breite des Sechskants liegt typischerweise zwischen 0,75 und 1,25 Zoll und ist für einen Standard-Verstellschlüssel oder einen speziellen Spud-Schlüssel ausgelegt, ein Werkzeug mit einer Backe, die speziell zum Greifen des schmalen Sechskantprofils ohne Verrutschen ausgebildet ist.
Das Hauptschadensmuster ist Überanzug, der die Innengewinde der weicheren Armatur (oft ein Messingsockkel) beschädigt, während der härtere Stahl des Spuds unbeschädigt bleibt. Sind die Gewinde beschädigt, leckt die Verbindung und muss ersetzt werden. Auch durch Vibrationen hervorgerufene schrittweise Lockerung tritt auf, wenn die Gewinde nicht ordnungsgemäß mit PTFE-Band oder Gewindedichtpaste versiegelt sind. Korrosion an der Gewindeschnittstelle, besonders wo unterschiedliche Metalle aufeinandertreffen, kann einen Spud festsitzen lassen und das Entfernen ohne Beschädigung der Armaturen erschweren.
Der Begriff 'Spud' leitet sich wahrscheinlich von seiner Ähnlichkeit mit einem kurzen, stumpfen Werkzeug ab, obwohl die Etymologie dieses Sanitärtechnik-Begriffs nicht allgemein dokumentiert ist. In anderen Gewerken bezeichnet 'Spud' ein Grab- oder Hebelwerkzeug, das völlig unabhängig von Verbindungsfassungen ist. Im Sanitärhandwerk ist das Wort eindeutig und bei Installateuren und Fachhandelsunternehmen in Nordamerika weit verbreitet, obwohl britische und europäische Sanitärtechniker das gleiche Bauteil als 'double-ended nipple' oder 'connecting nipple' bezeichnen können.