Anschlussblech
Englisch: upstand
Ein Abschnitt einer Dachdeckung oder Blendung, der sich gegen eine vertikale Fläche aufwölbt.
Aufkantung: wo das Dach auf die Wand trifft
Eine Aufkantung ist der vertikale Teil einer Dachflächenentwässerung oder Dachmembran, die gegen eine Wand, einen Schornstein, eine Brüstung oder eine andere vertikale Fläche aufgeht. Sie überbrückt den Spalt zwischen der geneigten oder flachen Dachfläche und dem vertikalen Hindernis und verhindert, dass Wasser hinter das Dachmaterial an der Wand abläuft. Die Aufkantung wird normalerweise aus dem gleichen Material wie die Hauptdachdeckung hergestellt, ob Blei, Zink, Bitumen, Filz oder moderne Membransysteme.
Die Höhe der Aufkantung variiert je nach Bauordnung und Anwendung. Bauvorschriften verlangen in der Regel eine Mindesthöhe von 150 mm über der fertigen Dachoberfläche an der Wand, dies kann aber an exponierten Stellen oder bei Schneelasten auf 225 mm oder mehr ansteigen. Die Aufkantung erstreckt sich typischerweise 100 bis 150 mm horizontal über die Dachfläche, bevor die Neigung beginnt, und bildet so eine feste Verbindungslinie. Bei Schrägdächern sitzt die Aufkantung über der Dachdeckung; bei Flachdächern kann sie vollständig in das Membransystem integriert sein.
Häufige Schwachstellen entstehen dort, wo die Aufkantung auf die Dachfläche und auf die vertikale Oberfläche trifft. Ist die Aufkantung zu niedrig, kann windbetriebener Regen sie umgehen und hinter die Flächenentwässerung eindringen. Schlechte Haftung zwischen Aufkantung und Wand, üblicherweise verursacht durch Verschmutzung, lockere Mörtelreste oder unzureichende Grundierung, führt zu Wassereintritt entlang der Fuge. Aufkantungen an Brüstungen müssen Wärmebewegungen aushalten, ohne zu reißen oder zu zerreißen; Metallaufkantungen benötigen richtige Dehnungsfugen, um Gebäudebewegungen auszugleichen, während Kunststoffmembranen ausreichende Elastizität haben müssen.
Verarbeitung und Materialien
Bei traditioneller Blei- oder Zinkverarbeitung wird die Aufkantung an der Wandfläche hochgeführt und in einen horizontal in die Mauer gefrästen Schlitz eingekeilt, dann mit Mörtel oder Dichtungsmasse versiegelt. Die obere Kante wird entweder in eine Ragga (eine vorbereitete Nut) eingekeilt oder mit einer Deckelflächenentwässerung abgeschlossen. Moderne Membransysteme verschweißen die Aufkantung oft als durchgehende Verlängerung der Grundmembran, wobei an der kritischen Verbindungsstelle zusätzliche Schichten oder Verstärkungsstreifen angebracht werden. Die Materialwahl beeinflusst die Haltbarkeit: Blei hat hervorragende Langlebigkeit, aber hohe Kosten und Handhabungsbeschränkungen; Kunststoffmembranen sind leichter und schneller zu verarbeiten, erfordern aber kompatible Klebstoffe und sorgfältiges Abdichten von Überlappungen.
Der Begriff "Aufkantung" spiegelt ihre einfache Funktion wider: sie steht dort auf, wo das Dach endet. In der Praxis leistet die Aufkantung viel von der Arbeit, die einfachere Flächenentwässerungen nicht können, weil sie Höhe, Oberfläche für sichere Haftung und eine physische Barriere gegen Kapillarwirkung und Winddruck bietet. Bei Hochhäusern, Brüstungen und mechanisch komplexen Dächern bestimmt die Integrität der Aufkantung oft darüber, ob ein Dachsystem seine geplante Lebensdauer erreicht oder nach dem ersten Wetterereignis nach der Fertigstellung vorzeitig ausfällt.