Wollvorrat
Englisch: stash
Eine Sammlung von Garn oder anderen Materialien, die noch keinem bestimmten Handarbeitsprojekt zugeordnet sind.
Stash: Garn und Fasern, die du für später aufbewahrst
In der Textilarbeit ist ein Stash ein angesammelter Bestand an Garn, Faden, Stoffresten, Farbstoffen oder anderen Materialien, die zur Hand sind, aber nicht an einem aktiven Projekt gebunden. Er dient als Rohstoffreserve und ermöglicht es Webern, Strickern, Spinnern und Färbern, ohne Neubestellungen mit der Arbeit zu beginnen. Der Stash kann alles Mögliche enthalten, von Teilspulen handelsüblichen Garns bis zu Strängen handgesponnener Faser, Pflanzenmaterial zum natürlichen Färben oder nach Gewicht und Fasergehalt sortierte Stoffreste.
Größe und Zusammensetzung variieren je nach Praktiker und Disziplin erheblich. Ein Produktionsweber organisiert seinen Stash möglicherweise nach Garnstärke, Fasertyp und Farbe; ein Handfärber lagert getrocknete Krappwurzel, Cochenille, Indigokupen oder Beizchemikalien in Grammmengen. Stash von Spinnern umfasst normalerweise Rohflies, Vorgarn, Abfallfasern und vorbereitete Wattlagen. Das Gemeinsame ist, dass Stash-Materialien außerhalb von geplanten Aufträgen oder Produktlinien existieren.
Stash-Management und Lagerung
Die Lagerbedingungen sind wichtig. Tierfasern (Wolle, Seide, Mohair) sind ohne Zedernholzspäne, verschlossene Behälter oder regelmäßige Kontrollen von Motten und Käfern gefährdet. Pflanzenfasern (Baumwolle, Leinen, Jute) sind weniger anfällig für Insektenschäden, nehmen aber Feuchtigkeit auf und bilden in feuchten Bedingungen Schimmel. Farbstoffe benötigen Dunkelheit und trockene Lagerung: Indigo verliert an Wirksamkeit, wenn es Licht und Luft ausgesetzt ist; natürliche Farbstoffextrakte können verderben. Ordentliche Stash-Lagerhaltung erfordert beschriftete Behälter, nagersichere Lagerung und Klimakontrolle, wenn möglich.
Für Produktionsbetriebe stellt der Stash gebundenes Kapital und Lagerungskosten dar, weshalb Inventurdisziplin erforderlich ist. Kleine Produzenten und Hobbyisten dagegen erweitern ihren Stash oft organisch, weil Mengenrabatte pro Einheit günstiger sind und weil das Arbeiten mit vorhandenen Materialien Lieferzeiten eliminiert. Der Gleichgewichtspunkt unterscheidet sich: Eine Fabrik mit vorhersehbaren Aufträgen könnte zwei Wochen Stash an gefärbtem Garn halten; ein Handweber könnte für achtzehn Monate experimentelle Projekte auf Lager haben.
Der Begriff ist informell, aber in Fasergemeinschaften universell verbreitet. Er erscheint in Spinn- und Webforen, Gildenpublikationen und Lieferantenkatalogen ohne Definition, in der Annahme, dass Leser ihn als den Arbeitsbestand verstehen, der Materialeigentum von Materialverpflichtung trennt. Ein voller Stash signalisiert Vorbereitung und Möglichkeiten; ein leerer Stash zwingt zu externen Bestellungen oder Projektverzögerungen.