Dampfschaufel
Englisch: steam shovel
Eine Baggermaschine, die durch Dampfkraft eine Schaufelbewegung ausführt.
Dampfschaufel: der dampfbetriebene Vorgänger moderner Bagger
Eine Dampfschaufel ist eine große, selbstangetriebene Grabemaschine, die Dampfdruck nutzt, um Hydraulikzylinder oder mechanische Gestänge zu betreiben, die einen Schaufel- oder Dipperarme bewegen. Der Bediener sitzt in einer Kabine auf einer drehbaren Plattform oberhalb eines Kettenfahrwerks oder Radfahrwerks und steuert den Ausleger, den Stick und die Schaufel durch Drosselventile, die Dampf vom aufgebauten Kessel leiten. Die Maschine gräbt, indem sie die Schaufel zu sich selbst zieht und gleichzeitig den Ausleger absenkt, zieht sich dann zurück und schwenkt die gefüllte Schaufel zur Austragestelle. Dampfschaufeln dominierten den schweren Erdbau von den 1880er Jahren bis in die 1950er Jahre, besonders bei Eisenbahnbau, Bergbau und großflächigen Grabeprojekten.
Die meisten Dampfschaufeln arbeiteten mit Drücken zwischen 150 und 200 psi, mit Schaufelvolumina zwischen einem und fünf Kubikyard je nach Modell. Der Kessel, üblicherweise eine kohle- oder holzgefeuerte Anlage auf dem Hauptrahmen, erzeugte während des Betriebs kontinuierlich Dampf. Die Steuerung war unmittelbar und mechanisch: Der Bediener öffnete Drosselventile, um Dampf in Zylinder zu leiten, die den Dipperarme und Ausleger durch ein System aus Gestängen, Seilen und Rollen bewegten. Größere Modelle wogen bis zu 90 Tonnen und erforderten eine zwei- bis dreiköpfige Besatzung aus Bediener, Heizer und Schmiermeister.
Warum Dampf und warum der Rückgang
Dampfschaufeln boten große Vorteile gegenüber Handarbeit und Zugtieren: Sie arbeiteten schneller, bewegten schwerere Massen und brauchten keine Zugtiere zu unterhalten. Dampftechnik war Anfang der Industrialisierung erprobt und dem Fachpersonal vertraut. Allerdings waren Dampfschaufeln arbeitsintensiv in Betrieb und Wartung, benötigten ständig Brennstoff und Wasser und reagierten langsamer als spätere Hydrauliksysteme. Ein kalter Kessel brauchte 20 bis 30 Minuten, um Dampfdruck aufzubauen, bevor die Arbeit beginnen konnte.
Der Übergang zu dieselhydraulischen Baggern beschleunigte sich nach 1945. Elektrosteuerung, schnellere Arbeitszyklen und Fernbedienung von Ventilen machten hydraulische Maschinen in der Produktivität überlegen. Einige Dampfschaufeln blieben bis in die 1960er Jahre für spezielle Arbeiten in Betrieb, besonders im Bergbau wo das Gelände die Bewegung von Geräten einschränkte, aber die meisten wurden verschrottet oder auf elektrischen Betrieb umgebaut. Heute sind Dampfschaufeln historische Artefakte; ihr Name lebt in der Bezeichnung Power Shovel weiter, die ursprünglich jede mechanisierte Grabemaschine bezeichnete.