Steek
Englisch: steek
Die Brücke aus zusätzlichen Maschen, die beim Steeking-Verfahren verwendet wird.
Steek: die Verstärkungsstiche, die einen Schnitt im Gestrick sichern
Ein Steek ist eine Stichreihe, typischerweise 4 bis 10 Maschen breit, die vertikal durch ein Gestrick läuft, bevor der Stoff geschnitten wird. Er funktioniert als verstärkte Brücke: Man näht mit der Maschine oder von Hand durch diese Maschen entlang beider Kanten der geplanten Schnittlinie, dann schneidet man den Stoff zwischen ihnen durch. Der Steek hält die Schnittkanten zusammen und verhindert, dass der Stoff ausfasert, wenn die umgebenden Maschen später aufgelöst oder in eine neue Naht aufgenommen werden.
Steeken ist unverzichtbar in der traditionellen Handschuhstrickerei, besonders beim Stricken von Fair-Isle- und Shetland-Pullovern. Statt das Kleidungsstück in einzelnen Teilen zu stricken und zusammenzunähen (die moderne Methode), kann man das ganze Stück als Schlauch auf einer Rundnadel arbeiten, wodurch der Stoff nahtlos bleibt und komplexe Allover-Muster ununterbrochen verlaufen. Wenn das Stück fertig ist, ermöglichen die Steeks strategische Schnitte, um Armausschnitte und Halsöffnungen zu schaffen, ohne die Mühe von Kurz-Reihen-Formgebung oder anderen Formgebungstechniken.
Der Steek selbst wird üblicherweise in einer einzigen Farbe oder im glatt rechts gestrickt, deutlich unterschieden vom gemusterten Stoff, in dem er sitzt. Übliche Praxis ist, die Steek-Maschen in jeder Runde neben dem Hauptmuster zu stricken und sie auf der Nadel lebendig zu halten oder deutlich zu markieren. Nach dem Schneiden werden die Steek-Kanten entweder zusammengefasst (unsichtbar mit Kirnreihe genäht), als Besatz im Inneren des Kleidungsstücks versteckt oder durch Bindung oder Häkeln gesichert.
Häufige Probleme: unzureichende Stichbreite führt zu Ausfaserungen oder fallenden Maschen an der Schnittkante; Nählinien zu nah am Schnitt führen zu Kräuselungen; verzögertes Nähen vor dem Schneiden lässt Maschen verschieben und schafft schwache Stellen. Der Name stammt aus dem Altnordischen und Shetländer-Dialekt und spiegelt die jahrhundertealten Wurzeln der Technik in nordischen Stricktradtionen.
Steeken bleibt Standardpraxis bei Handstrickern und wird zunehmend in der Industriestrickerei eingesetzt, wenn nahtlose oder minimalnahtlose Konstruktion gewünscht ist. Maschinenstricken erzeugt Steeks automatisch als Teil des Designs; Handsticker müssen sie bewusst planen und ausführen. Die Technik liegt an der Schnittstelle zwischen Effizienz und Musterkomplexität: Sie kostet Zeit am Anfang, eliminiert aber mehrere Nähschritte und ermöglicht Designs, die mit konventioneller Teil-für-Teil-Montage unmöglich sind.