gestrichen
Englisch: stricken
Aus dem Schiffsregister eines Landes gelöscht, z.B. aus dem United States Naval Vessel Register.
gestrichen: offiziell aus dem aktiven Schiffsbestand der Marine entfernt
Ein Schiff wird gestrichen, wenn sein Name formal aus dem offiziellen Schiffsregister eines Landes gelöscht wird. In den USA bedeutet dies die Streichung aus dem Naval Vessel Register (NVR), das von der Navy verwaltet wird. Das Streichen ist ein behördlicher Meilenstein, der das Ende der Einsatzzeit eines Schiffs in der Flotte kennzeichnet, obwohl der physische Schiffsrumpf danach noch Jahre lang in Lagerung, auf dem Schrottplatz oder bei einer Umrüstung erhalten bleiben kann.
Das Streichen erfolgt typischerweise nach der Außerdienststellung, dem Prozess der Entfernung eines Schiffs aus dem aktiven Dienst. Ein in Dienst gestelltes Kriegsschiff könnte beispielsweise in einer formalen Zeremonie außer Dienst gestellt werden, die Besatzung verlegt und die Ausrüstung demontiert. Es bleibt aber als Vermögensgegenstand der Navy im Register eingetragen, manchmal über Jahre hinweg. Das Streichen entfernt es vollständig aus den Registern und beendet damit den rechtlichen und administrativen Anspruch der Navy auf das Schiff.
Was geschieht nach dem Streichen
Nach dem Streichen befindet sich ein Schiff in einer Wartephase. Das Schiff kann in Reserve-Flottillen liegen, durch Militärhilfe an andere Marinen oder Regierungen abgegeben, maritimen Museen oder Ausbildungsprogrammen gespendet oder zur Verschrottung zum Schrottplatz gebracht werden. Der Zeitrahmen ist unterschiedlich: Einige Schiffe werden innerhalb weniger Monate gestrichen und verschrottet, andere verbleiben Jahre oder sogar ein Jahrzehnt oder länger in der Naval Inactive Ship Maintenance Facility (NISMF), wo sie in Konservierungszustand gehalten werden für die entfernte Möglichkeit einer Reaktivierung.
Die Terminologie spiegelt Marinetraditionen und behördliche Genauigkeit wider. "Gestrichen" leitet sich vom Streichen eines Namens aus einem Ledger oder Register ab, eine papierbasierende Praxis, die in der digitalen Ära fortbesteht. Das Streichen eines Schiffs beeinflusst nicht seine Schiffsnummer oder andere Identifikatoren, die permanent für die historische Erfassung mit dem Schiff verknüpft bleiben. Ehemalige Marinenschiffe werden oft mit ihrer Bezeichnung und dem Jahr der Streichung benannt, zum Beispiel: USS Yorktown (CV-5), gestrichen 1946.
In der Handelsschifffahrt und anderen Marinen gibt es gleichwertige Prozesse unter verschiedenen Namen. Die Praxis unterscheidet sich je nach Land: Einige Länder stellen Schiffe schneller außer Dienst, andere unterhalten größere Reserve-Flotten. Das Verständnis des Status eines gestrichenen Schiffs ist entscheidend für Bergungsarbeiten, historische Forschung und Bewertungen der Militärbeschaffung.