Drohne
Englisch: drone
Ein ferngesteuertes oder autonomes Unterwasserfahrzeug, besonders wenn mehrere solche Fahrzeuge von einem größeren Schiff aus betrieben werden.
Drohne: unbemanntes Unterwasserfahrzeug, das von einem Mutterschiff aus arbeitet
Bei Marineeinsätzen ist eine Drohne ein ferngesteuertes Fahrzeug (ROV) oder ein autonomes Unterwasserfahrzeug (AUV), das von einem Unterstützungsschiff aus eingesetzt wird, um Inspektionen, Reparaturen, Konstruktionsarbeiten oder Vermessungen in der Tiefe durchzuführen. Anders als Oberflächenfahrzeuge arbeiten Drohnen vollständig unter Wasser und übertragen Video-, Sonar- und Sensordaten über ein Kabel oder eine kabellose Verbindung an die Operateure an Bord des Mutterschiffs. Mehrere Drohnen werden häufig gleichzeitig von demselben Schiff aus eingesetzt, um die Arbeiten in tiefem Wasser oder in beengten Räumen zu beschleunigen, wo menschliche Taucher nicht sicher oder wirtschaftlich tätig sein können.
Der Unterschied zwischen ROV und AUV ist in der Praxis bedeutsam. Ein ROV ist mit einem physischen Kabel zum Oberflächenschiff verbunden, das Energie und bidirektionale Kommunikation liefert; Operateure steuern es in Echtzeit mit Joysticks und Kamerabildern. Ein AUV ist batteriebetrieben und autonom, folgt einem vorprogrammierten Kurs und kehrt zur Oberfläche oder zu einem Wegpunkt zurück, um dann gesammelte Daten hochzuladen. Beide werden in der Schiffbau-Umgangssprache als Drohnen bezeichnet, aber ROVs dominieren kommerzielle Offshore-Arbeiten wegen ihrer Zuverlässigkeit und der direkten Kontrolle durch den Operateur. Größere ROVs wiegen mehrere Tonnen und sind mit Hydraulikarmen ausgestattet, die für schweres Werkzeug ausgelegt sind; kleinere Inspektionsdrohnen können unter 100 Kilogramm wiegen und nur Leuchten und Kameras tragen.
In Schiffswerften und Offshore-Feldern führen Drohnen Rumpfinspektionen, Ventilbetätigungen, Rohrleitungsreparaturen, Trümmerentfernung und Verlegung von Unterwasserkabeln durch. Ihre Augen, üblicherweise mehrere HD-Kameras und Sonaranlagen, machen es unnötig, Schiffe in die Trockendocke zu ziehen oder menschliche Taucher in gefährliche Situationen zu schicken. Ein kabelgesteuertes ROV, das in 300 Metern Tiefe arbeitet, kann acht Stunden lang stationär verweilen, ohne Ermüdung zu zeigen, und Routineaufgaben oder hochpräzise Arbeiten ausführen. Operateure sitzen in einem Kontrollraum auf dem Schiff, überwachen Druckmesser, Kompasskurse und Live-Videofeeds und manövrieren die Drohne mit sechs Freiheitsgraden (Surge, Sway, Heave, Roll, Pitch, Yaw).
Häufige Fehlermöglichkeiten und Grenzen
Das Kabelmanagement ist die primäre Betriebsbeschränkung für ROVs. Ein Kabel kann an Trümmern hängenbleiben, sich unter Strömung verdrehen oder durch Reibung dort beschädigt werden, wo es durch schiffsseitige Umlenkrollen verläuft. Operateure müssen die Kabelspannung ständig überwachen und sicherstellen, dass die Umbilikalschlaffheit das Fahrzeug nicht verheddert. AUVs vermeiden dieses Problem, verlieren aber dafür die Echtzeitkontrolle und Energieversorgung. Die Batteriekapazität begrenzt typischerweise AUV-Einsätze auf vier bis zwölf Stunden, je nach Vermessungsgeschwindigkeit und Nutzlast. Beide Typen sind anfällig für starke Strömungen, schlechte Sichtbarkeit durch schwebende Sedimente und Druckgrenzen, die ihre Arbeitstiefe begrenzen.
Der Begriff "Drohne" in Marinekontexten ist dem Militäraviation entlehnt und hat ältere Bezeichnungen wie "Tauchfahrzeug" oder "Roboter" in der Branchensprache weitgehend ersetzt, obwohl technische Berichte immer noch ROV oder AUV bevorzugen. Schiffsbau-Teams verwenden Drohne generisch für jedes unbemanntes Unterwasserwerkzeugsystem. Der Begriff hat keine Konnotation von Autonomie; ein vollständig kabelgebundenes, von einem Operateur gesteuertes Fahrzeug wird im täglichen Gebrauch immer noch Drohne genannt.