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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Abstreifer

Englisch: stripper plate

Teil einer Werkzeuggarnitur, das den Materialstreifen beim Rückhub vom Stempel trennt.

Streifenplatte: der federbelastete Auswerfer in einer Stanzwerkzeugform

Die Streifenplatte ist ein gehärtetes Stahlbauteil, das direkt über oder unter dem Stempel in einer Stanzblechform montiert ist. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, das Werkstück oder Verschnittmaterial während des Stempelrücklaufs fest gegen die Formunterlage zu drücken und zu verhindern, dass der Streifen mit dem Stempel angehoben wird und verklemmt oder reißt. Beim Aufwärtshub kehrt die Platte mit ihren Federn zurück und gibt das Material frei, sodass der Anlagenbediener oder das automatische Zuführsystem das nächste Rohling einfahren kann.

Die Platte selbst ist üblicherweise ein flaches, rechteckiges Werkzeugstahlstück, gehärtet auf 48 bis 52 HRC, mit präzise gebohrten oder geriebenen Löchern, durch die die Stempelbolzen frei durchgehen. Um diese Bolzen herum sitzen Druckfedern, meist aus Chrom-Vanadium-Stahl, die die Platte während des gesamten Presszyklus unter Spannung halten. Die Federn müssen in ihrer Steifigkeit aufeinander abgestimmt sein und für Millionen von Zyklen ohne Kraftverlust ausgelegt sein, sonst sitzt die Platte zu tief und blockiert gegen den Stempel oder zu hoch und schleift das Material nicht richtig ab.

Streifenplatten sind unverzichtbar in schnelllaufenden Mehrfachwerkzeugen, bei denen mehrere Arbeitsgänge nacheinander an einem Materialstreifen erfolgen. Eine schwache oder verschlissene Platte führt dazu, dass das Material am Stempel haftet, was Ausschuss, Werkzeugschäden und Ausfallzeiten verursacht. Umgekehrt verschwendet eine übermäßig vorgespannte Platte Energie und beschleunigt den Verschleiß der Form. Bei Verbundwerkzeugen, bei denen eine Station mehrere Vorgänge in einem Hub durchführt, kann die Streifenplatte gestufte Vertiefungen aufweisen, um unterschiedliche Stempelhöhen oder Formen zu berücksichtigen.

Der Begriff "Streifenplatte" kommt von der Aktion des Abstreifens, obwohl die Platte selbts nichts auseinandernimmt; vielmehr streift sie das Material vom Stempel ab, indem sie während des Stempelrücklaufs den Kontakt zum Werkstück aufrechterhält. Manche Betriebe nennen dieses Bauteil "Auswerfplatte", wenn die Federn besonders steif sind, wobei dieser Begriff eigentlich den Auswerfer auf der Rückseite einer Kunststoff-Spritzgussform bezeichnet.

Verschleiß und Wartung der Streifenplatten sind im Werkzeugbau routinemäßige Anliegen. Federmüdigkeit, Härteverlust an den Kanten und Verschrammelungen durch Grate an Stempelflächen reduzieren die Wirksamkeit. Der Austausch oder die Überholung erfolgt typischerweise bei turnusmäßigen Formwartungsintervallen, und die korrekte Ausgleichsplattierung beim Zusammenbau ist für die Formfunktion entscheidend.

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