Sumpfmann
Englisch: sumpman
Gehilfe eines Bergmanns, zuständig für die Maschinen im Förderschaft.
Sumpman: Der unterirdische Ingenieur, der die Schachtmaschinen am Laufen hält
Ein Sumpman ist der Betreiber oder Wärter der stationären Maschinen, die im Maschinenschacht eines Bergwerks installiert sind, besonders der Pumpanlage, die Wasser aus den Arbeitsbereichen entfernt. Die Rolle entstand in tiefen Kohle- und Erzgruben, wo Wassereintritt zu einem kritischen Risiko wurde; der Sumpman wartete, überwachte und bediente die Dampfmaschinen, Zentrifugalpumpen und später elektrische Motoren, die den Schacht trocken genug hielten für einen sicheren Abstieg und die Arbeit. Das war Facharbeit, die mechanische Kenntnisse und ständige Wachsamkeit erforderte, denn ein Pumpenschaden konnte die gesamte Anlage innerhalb weniger Stunden unter Wasser setzen.
Der Sumpman arbeitete normalerweise in den unteren Abschnitten des Senkschachts, in einer Station namens Sump oder Pumpenkammer. Hier sammelte sich das aus dem Bergwerk abfließende Wasser, bevor es zur Oberfläche gepumpt wurde. Die Maschinen waren je nach Grube und Epoche unterschiedlich: Frühe Schächte nutzen Cornish-Balanciermaschinen mit massiven gusseisernen Pumpen; spätere Betriebe installierten Turbopumpen oder Zentrifugaleinheiten, angetrieben durch Elektromotoren. Die Aufgaben des Sumpman umfassten das Ölen von Lagern, Kontrolle von Druckmessern, Überwachung des Wasserstands und das Melden an die Betriebsleitung bei ungewöhnlichen Geräuschen, Vibrationen oder Leistungsabfällen, die auf Verschleiß oder Verstopfung hindeuteten.
Der Begriff spiegelt die hierarchische Gliederung der Grubenbelegschaft wider. Ein Pitman war ein Bergmann, der an der Kohlenfront oder beim Erz arbeitete; der Sumpman war sein Kollege, aber in einer anderen Spezialität, mit Verantwortung für das mechanische Herz des Bergwerks statt für die Mineralgewinnung. In manchen Kohlengruben, besonders in größeren Betrieben, berichtete der Sumpman direkt dem Maschinenführer oder dem Grubentechniker, nicht dem Vorsteher der Bergleute. Diese Trennung existierte, weil ein Pumpenschaden ein Notfall war, der sofortige fachliche Reaktion erforderte, nicht normale Grubendisziplin.
Wasserwirtschaft bestimmte das Arbeitsleben eines Sumpman. Flöze und Erzlagerstätten hielten erhebliche Grundwassermengen; mit zunehmender Teufe jenseits von 300 oder 400 Fuß wurde die Schwerkraftentwässerung unmöglich. Ein einzelner Pumpenschaden in einer nassen Grube konnte zur Evakuierung innerhalb einer Schicht führen und der Grube tausende in verlorener Produktion kosten. Die besten Sumpman entwickelten ein intuitives Gespür für ihre Maschinen und erkannten erste Anzeichen von Lagerverschleiß oder Dichtungsabbau durch Geräusch und Temperatur, bevor Instrumente Ausfallerscheinungen zeigten. Dieses vorbeugende Fachwissen war wertvoll und wurde oft mit höheren Löhnen belohnt als Frontarbeiter verdienten.
Die Rolle verringerte sich im späten 20. Jahrhundert durch Automatisierung, zentralisierte Überwachung und den Übergang zu oberflächengestützten Kontrollsystemen. Moderne Bergwerke nutzen Fernsensoren und automatisierte Pumpsysteme; die direkte Präsenz des Sumpman im Schacht wurde unnötig. Jedoch bleibt die Bezeichnung in älteren noch betriebenen Gruben mit traditioneller Organisation bestehen, und in der historischen Fachliteratur zur Bergbautechnik und Arbeitsgeschichte verkörpert der Sumpman die spezialisierte Fachkenntnis, die erforderlich ist, um Industriemaschinen unter schwierigen unterirdischen Bedingungen zu betreiben.