Lurryman
Englisch: lurryman
Person, die einen Lurry bedient oder verwaltet.
Lurryman: Der Bediener des Transportwagens einer Grube
Ein Lurryman ist ein Bergarbeiter im Untertagebau, der einen Lurry bedient, einen niedriger Vierrad-Wagen oder Truck zum Transport von Erz, Kohle, Bergematerial oder Ausrüstung durch die Stollen. Der Lurry läuft auf hölzernen oder eisernen Schienen und wird entweder per Hand geschoben, von Grubenpferden gezogen oder in modernen Gruben durch Batterie oder Druckluft angetrieben. Der Lurryman muss den Wagen laden, seine Bewegung durch enge Gänge steuern, ihn an Förderanlagen koppeln und abkoppeln sowie seinen Inhalt zur Schachtanlage oder zum Aufbereitungsbereich bringen.
Der Begriff taucht hauptsächlich in der britischen Kohlebergbau-Fachsprache auf, besonders in den Midlands und Nordengland, mindestens seit dem 19. Jahrhundert. Die Etymologie von Lurry selbst bleibt unklar; es könnte vom Verb lurk stammen oder eine regionale Variante von Lorry sein, obwohl der Lurry dem Motorfahrzeug um Jahrzehnte vorausgeht. In schottischen Gruben hießen ähnliche Arbeiter manchmal Brushers oder Hutty Men, während der Wagen selbst regional verschiedene Namen trug wie Tub, Skip oder Hutch.
Ein Lurryman brauchte Muskelkraft und Situationsbewusstsein. Er arbeitete in nahezu vollständiger Dunkelheit, nur mit Handlampe oder Kerze, und navigierte Schienen, die nass, uneben oder beschädigt sein konnten. Der Lurry selbst barg Quetschgefahren beim Ankoppeln an Pferdegespanne oder Kraftförderanlagen, und Entgleisungen waren an schlecht gewarteten Schienenabschnitten häufig. Finger und Hände gingen regelmäßig beim Ankoppeln verloren, und von einem bewegten Lurry getroffen zu werden war eine konstante Gefahr in den engen Stollen.
Die Kunst bestand darin, Schienenverhalten zu deuten, zu erkennen, wann ein Lurry über die sichere Grenze geladen war, und mit Förderteams oder Grubenpferden zu koordinieren. Ein erfahrener Lurryman konnte Lagerverschleiß am Geräusch erkennen und ungewöhnliche Vibrationen spüren, die unmittelbare Schäden ankündigten. Der Job erforderte Urteilsvermögen, wann man auf steilen Strecken die Richtung wechselt und wie man Wasseransammlung verwaltet, die die Radsicherheit auf Holzschienen beeinträchtigen konnte.
Mit der Mechanisierung der Gruben im 20. Jahrhundert schrumpfte die Rolle des Lurrymanns. Elektrische Lokomotiven und Förderbänder ersetzten Hand- und Tierkraft, und der Begriff verschwand aus dem Bergbauvokabular weitgehend bis in die 1970er Jahre, obwohl die Rolle in kleineren oder tieferen Gruben bestehen blieb, wo Mechanisierung unpraktisch war. Das Wort überlebt heute hauptsächlich in historischen Bergbauunterlagen und mündlichen Aussagen von Rentnern.