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Forst und Holz

Überständer

Englisch: superdominant

Baum, der sich über die allgemeine Höhe des Bestandsdaches erhebt.

Superdominant: der Baum, der alle anderen überragt

Ein Superdominant ist ein Baum, dessen Krone deutlich über die Hauptdachschicht eines Waldbestandes hinausragt. Er erreicht Höhen, die größer sind als die durchschnittlichen Dominanten, welche selbst die oberste zusammenhängende Schicht bilden. Bei der praktischen Waldaufnahme wird ein Superdominant separat gemessen und klassifiziert, weil sein Wachstumsverlauf und seine Konkurrenz um Ressourcen grundlegend von den übrigen Bestandteilen des Oberstandes abweichen.

Diese Bäume entstehen natürlicherweise in den meisten Beständen, sind aber selten genug, dass sie je nach Standortgüte und Bestandsalter etwa 1 bis 5 Prozent der dominanten Kohorte ausmachen. Sie begannen ihr Leben typischerweise mit überlegener Genetik, günstiger Etablierungsposition oder fehlender Frühkonkurrenz und haben diesen Vorteil durch Vermeidung von Unterdrückung bewahrt. Superdominanten sind oft die größten und höchsten Einzelbäume in einem Waldblock und heben sich von Ferne als hervortretende Strukturelemente von der Waldsilhouette ab.

Erkennung und Vermessung

Bei einer Bestandsaufnahme werden Superdominanten durch Sichtkontrolle beim Waldgang oder durch Vergleich der gemessenen Höhen mit dem 90. Perzentil der Dominantenhöhen auf der Probefläche erkannt. Sie erfordern separate Volumen- und Wuchsaufzeichnung, weil ihre Zuwachskurven und Marktwerte stark von kodominierten Material abweichen. Ein Förster, der eine Ernte plant, muss Superdominanten einzeln bewerten: Einige sind hochwertige Schnittholzstämme, wenn sie klare Faserung und minimale Mängel aufweisen; andere sind überaltern, hohl oder instabil und stellen Fällgefahren dar.

Der Begriff wird in der Silvicultur bedeutsam, weil Superdominanten eine unverhältnismäßig große Fläche im Verhältnis zu ihrer Anzahl beschatten und wertvollen Naturverjüngung oder Unterstandsentwicklung unterdrücken können. In Plenterungssystemen erzeugt ihre Entnahme die größten Lücken und gibt den meisten Wuchsraum frei. In der gleichaltrigen Bewirtschaftung schafft der Erhalt weniger Superdominanten bei der Verjüngungsernte strukturelle Vielfalt und Altholzanteile, die Wildnis und Ästhetik prägen.

Die Unterscheidung hat in jungen, dichten Beständen weniger Bedeutung, wo die Höhenvariabilität noch gering ist, wird aber in reifen Beständen über 80 Jahren auf guten Standorten kritisch. Superdominanz ist nicht durch einen festen Höhen- oder Durchmesserschwellenwert überregional definiert; vielmehr ist es eine relative Klassifikation innerhalb eines bestimmten Bestandes oder Typs, weshalb lokale Erfahrung und Vergleich für genaue Feldbestimmung unverzichtbar sind.

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