Haarhölzer
Englisch: doghair
Kiefernwald, in dem die Bäume extrem dünn und dicht beieinander gewachsen sind.
Doghair: ein Kiefernbestand, der sich selbst erstickt
Doghair ist ein forstwirtschaftlicher Fachbegriff für einen unnatürlich dichten Kiefernbestand, normalerweise die Folge von Brandbekämpfung oder schlechten Durchforstungsmethoden. Die Bäume wachsen so dicht beieinander, oft hunderte pro Hektar statt der etwa fünfzig bis hundert in einem gesunden Bestand, dass sie heftig um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Das Ergebnis ist ein Dickicht aus dünnen, schwachen Stämmen mit minimalem Durchmesserzuwachs, schlechter Kronenentwicklung und erhöhter Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.
Dieser Zustand tritt am häufigsten in westlichen Kiefernwäldern auf, besonders bei Ponderosa-Kiefer und Mischbeständen, nach Jahrzehnten ohne Brände. Ein natürliches Feuer von niedriger Intensität hätte die meisten kleinen Stämme abgetötet und das Kronendach geöffnet. Ohne Feuer bleiben Sämlinge, die nach einem früheren flächigen Brand oder einer Ernte gekeimt haben, am Leben, aber verkrüppelt. Der Name beschreibt die visuelle Realität treffend: wer in solch einem Bestand steht, sieht Bäume so dicht beieinander wie Haare auf einem Hundefell.
Warum Doghair betrieblich relevant ist
Doghair-Bestände sind wirtschaftlich und ökologisch problematisch. Kommerziell sind die Bäume zu klein und schwach, um rentabel eingeschnitten zu werden; ein Schnittholzstamm benötigt normalerweise Mindestdurchmesser von 20 bis 30 cm in Brusthöhe. Ökologisch ist der Bestand fragil: ein Borkenkäferbefall, schwere Trockenheit oder Windwurf können zu massiven Ausfällen führen. Waldbrände brennen in Doghair-Brennstoff heißer, und die Bekämpfungskosten steigen stark an.
Förster bekämpfen Doghair durch mechanische Durchforstung und entfernen konkurrierende Stämme, um die Bestandsdichte auf 100 bis 200 Bäume pro Hektar abhängig von Baumart und Standortgüte zu reduzieren. Dies ermöglicht den verbleibenden Bäumen, dickere Stämme, tiefere Wurzeln und vollere Kronen zu entwickeln. Durchforstung ist arbeitsintensiv und teuer; die Gewinnmargen sind dünn, weil das entnommene Material oft wenig Marktwert hat. Einige Betriebe häckseln das durchforstete Material zu Biomasse-Brennstoff oder Mulch, um Kosten auszugleichen.
Der Begriff hat in der Forstwirtschaft keine negative Bedeutung; er ist einfach eine beschreibende Bezeichnung für ein erkanntes Strukturproblem. Die Anerkennung von Doghair als Langzeitfolge der Brandbekämpfung hat in den letzten Jahrzehnten große Durchforstungsinitiativen auf öffentlichen Landflächen vorangetrieben, besonders im Westen der USA.