Lötfahnenliste
Englisch: tag strip
Lötfahnen oder Lötösen auf einem Streifen zum Verbinden von Drähten durch Löten.
Lötleiste: Reihen von Lötösen zur schnellen Drahtanschlussfertigung
Eine Lötleiste ist ein Träger aus Phenolharz oder Glasfaser mit mehreren Messingslötösen (Tags), die in einer oder mehreren Reihen angeordnet sind. Jede Öse ist ein kleines Ringauge oder eine flache Kontaktfläche, normalerweise 0,125 bis 0,25 Zoll breit, die durch die Leiste geführt und auf der Rückseite umgerollt wird, um sie festzuhalten. Drähte werden durch das Loch geführt, um die Öse gebogen und verlötet. Diese Anordnung ermöglicht die Anschlussfertigung vieler Leiter in einem kompakten, übersichtlichen Bündel ohne einzelne Klemmenblöcke.
Lötleisten sind in einfach- und doppelreihiger Ausführung erhältlich, mit Ösenzahlen von 5 bis 25 oder mehr pro Leiste. Der Standardabstand zwischen den Mittelpunkten beträgt normalerweise 0,25 oder 0,375 Zoll. Das Trägermaterial ist wärme- und feuchtigkeitsbeständig; ältere Leisten verwendeten Phenolharz (Bakelit), während moderne Ausführungen verstärkte Epoxidharze nutzen, um eine bessere Widerstandsfähigkeit bei thermischen Wechselbeanspruchungen und Vibration zu erreichen. Die Ösen sind üblicherweise vernickelt oder verzinnt, um Korrosion zu verringern und die Lötbarkeit zu verbessern.
In der Praxis dienen Lötleisten als Verbindungs- oder Verteilungspunkte in Schaltschränken, Instrumentenracks und Kabelbäumen. Eine einzelne Leiste kann 10 bis 20 separate Drahtverbindungen auf wenigen Quadratzoll Platz zusammenfassen. Da die Ösen durch das Trägermaterial elektrisch voneinander isoliert sind, werden Übersprechen und unbeabsichtigte Kurzschlüsse minimiert. Die Lötverbindung selbst ist dauerhaft und zuverlässig, im Gegensatz zu Steckklemmen, weshalb Lötleisten in Hochvibrations- oder anspruchsvollen Anwendungen Standard sind.
Häufige Probleme und Einschränkungen
Lötverbindungen an Lötleisten können bei Temperaturschock oder wiederholtem Biegen der angeschlossenen Drähte reißen, wenn die Verbindung keine ausreichende mechanische Abstützung hat. Schlechte Lötbenetzung, oft verursacht durch Flussmittelrückstände oder oxidierte Ösenflächen, führt zu hochohmigen oder intermittierenden Verbindungen. Die Drahtdämmung kann auch verkohlen, wenn der Lötkolben zu lange in der Nähe der Öse verweilt. Viele Techniker bevorzugen heute Draht-zu-Leiterplatte-Steckverbinder oder auf der Leiterplatte montierte Header, da diese schneller angeschlossen werden und Feldaustausch ohne Entlöten ermöglichen; aber Lötleisten bleiben die Standard-Nachrüstungslösung, wo Steckerdichte oder Platzeinschränkungen andere Verfahren ausschließen.